Selbstverpflichtungen

Wir erhoffen uns in der Auseinandersetzung mit dem Thema Toleranz eine Beteiligung vieler Potsdamer Bürgerinnen und Bürger. Über die Diskussionen hinaus sollen Aktionen und Selbstverpflichtungen erfolgen, die aktiv dazu beitragen, Potsdam zu einer toleranteren Stadt zu machen.

Unter dem Begriff „Selbstverpflichtungen“, die beispielsweise von Vereinen, Verbänden, Kirchengemeinden, Firmen oder Einzelpersonen aufgenommen werden sollen, verstehen wir zu allererst eine Bestandsaufnahme. Dabei meint der Begriff nicht Selbstverpflichtungen wie zu DDR-Zeiten. Es geht viel mehr um die Beschreibung des eigenen Selbstverständnisses und der eigenen Aktivitäten. Ergänzt werden sollte dies durch eine Erklärung, was man in Zukunft in diesem Bereich und für seine Stadt tun will. Alle Selbstverpflichtungen werden in das neue Toleranzedikt einfließen.

Wir hoffen auf ein buntes und vielfältiges Bild des Ausdrucks Potsdamer Toleranz!







Selbstverpflichtung der Lokalen Erasmus Initiative Potsdam

Die Lokale Erasmus Initiative, kurz LEI, bemüht sich um die Betreuung und Integration ausländischer Studierender in das studentische Leben und die Kultur Potsdams bzw. Deutschlands generell. Unsere Mitglieder sind deutsche Studierende, die sich ehrenamtlich den unterschiedlichen Herausforderungen unserer Arbeit stellen und für einen Austausch verschiedener Nationalitäten und Kulturen eintreten.

Gemeinsam mit dem Akademischen Auslandsamt der Uni Potsdam betreuen wir in jedem Semester zwischen 150 und 300 junge Menschen aus allen Ländern der Welt. Diesen versuchen wir persönliche Betreuer, sogenannte Tandempartner, an die Hand zu geben, die ihnen den Einstieg in das Leben in Potsdam erleichtern. Dazu gehören Behördengänge genauso wie das Herstellen zwischenmenschlicher Kontakte und die gemeinsame Erkundung des Potsdamer und Berliner Nachtlebens. Die LEI bietet diesen Tandempaaren, aber auch allen anderen interessierten Studierenden, die Möglichkeit, zu vergünstigten Preisen an von uns organisierten Ausflügen und Veranstaltungen teilzunehmen. Wir versuchen, mit unserem breiten Programm einen Einblick in die deutsche Kultur zu geben, aber auch Kontaktbörse für internationale Freundschaften zu sein.

Die Mitglieder der Lokalen Erasmus Initiative stehen ein für den Glauben an Toleranz und ein friedliches Miteinander der verschiedenen Kulturen. Wir wollen den Dialog zwischen diesen befördern und Vorurteile gegenüber dem Fremden abbauen. Damit reihen wir uns ein in die Ziele des Potsdamer Toleranzediktes, welches wir ausdrücklich befürworten und unterstützen.

In Zukunft wollen wir noch mehr den Austausch zwischen deutschen Studierenden und den ausländischen Gästen fördern, denn dieser ist im hektischen universitären Alltag nicht immer leicht herzustellen. Außerdem möchten wir die vielen verschiedenen Möglichkeiten, die Studierende ins Ausland führen können, verstärkt bekannt machen, um so auch in Zeiten modularisierter Studiengänge Lust auf Aufenthalte in fremden Kulturen zu machen. Nur wer das Fremdsein am eigenen Leib verspürt hat, wird sich mit ganzer Kraft für Toleranz und Weltoffenheit einsetzen können.




Toleranzbekenntnis der Evangelischen Studierendengemeinde Potsdam (ESG)


Jeden Donnerstagabend um 19 Uhr öffnet die ESG Potsdam ihre Türen im Hinterhaus der Gutenbergstraße 71/72. Bei uns treffen sich Studierende verschiedenster Fachrichtungen und Altersgruppen. Auch wenn der christliche Glaube ein entscheidendes und verbindendes Element in der ESG ist, ist dieser keine Voraussetzung, um an den ESG-Abenden teilzuhaben. Im Gegenteil: wir freuen uns immer, wenn Menschen anderen Glaubens und anderer Kultur zu uns stoßen, die neue Perspektiven einbringen. Unter Mitwirkung aller Studierenden stellen wir jedes Semester ein abwechslungsreiches Programm zusammen, das sich nicht in Glaubensfragen erschöpft, sondern die Interessen aufgreift, die sich aus der jeweiligen Zusammensetzung unserer Runde ergeben – da wird sowohl über Mission heute oder Homosexualität und Kirche diskutiert wie auch über den Klimawandel oder die Sterbehilfe. Dank der Referentinnen und Referenten, die wir jeden Donnerstag einladen, eröffnen sich uns neue und spannende Perspektiven. Auch unternehmen wir immer mal wieder gemeinsame Fahrten, sowohl innerhalb Deutschlands als auch 2006 im Rahmen eines Workcamps nach Rumänien und im Oktober 2008 nach Polen. So stärken wir die Gemeinschaft innerhalb unserer Gruppe und kommen mit unterschiedlichsten Menschen und Lebensweisen in Kontakt. Toleranz bedeutet für uns, offen zu sein für die Fragen, die das Leben uns stellt, und diese immer wieder neu zu diskutieren und zu hinterfragen. Dies schließt die Offenheit gegenüber widersprüchlichen Positionen und Andersdenkenden ein. Neben der Vernunft verpflichtet uns auch der christliche Glaube als Grundlage unseres Beisammenseins, diese Toleranz zu leben und die Schwierigkeiten, die sich aus widersprüchlichen Einstellungen ergeben, anzunehmen und als Herausforderung und Chance zu begreifen. Heute und in Zukunft. Während des Semesters feiern wir an jedem ersten Sonntag im Monat gemeinsam mit der katholischen Studierendengemeinde einen ökumenischen Abendgottesdienst in der Potsdamer Friedenskirche am grünen Gitter in Sanssouci. Nicht nur gefällt es uns, Gottesdienste in einer wunderschönen Umgebung zu feiern. Nein, es ist vielmehr die Tatsache, dass hier Hochschulangehörige zu Wort kommen, die den liturgischen Teil gestalten. Bei uns „predigt“ schon auch mal ein Physikprofessor. Um die Diskussion über die Toleranz zu bereichern und ihre Vielschichtigkeit zu verdeutlichen, stehen die Abendgottesdienste im kommenden Wintersemester unter dem Thema ‚Toleranz’. Sie finden am 2. November, 7. Dezember, 4. Januar und 1. Februar jeweils um 18 Uhr in der Friedenskirche statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, diese mit uns zu feiern und natürlich donnerstagabends bei uns vorbei zu schauen. Informationen über unser aktuelles Programm finden sich unter http://www.uni-potsdam.de/u/esg/. Willkommen! Toleranzbekenntnis der Evangelischen Studierendengemeinde Potsdam (ESG)



Selbstverpflichtung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Kreisverband Potsdam e.V.

Der BUND Kreisverband Potsdam beteiligt sich mit einer Selbstverpflichtung am Projekt Potsdamer Toleranzedikt. Eine weltoffene und tolerante Stadt Potsdam sollte sich der ökologischen und gesellschaftlichen Verantwortung bewusst stellen. Als BUND verfolgen wir das Ziel, die natürlichen Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen vor weiterer Zerstörung zu schützen und wiederherzustellen. Daher setzen wir uns im gesellschaftlichen und politischen Raum für einen umfassenden und nachhaltigen Umwelt- und Naturschutz und Verbraucherschutz ein.

Der BUND Kreisverband Potsdam engagiert sich mit vielen ehrenamtlichen und einigen hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seit vielen Jahren für den Erhalt und die Wiederherstellung unserer natürlichen Umwelt. Der BUND Brandenburg setzt sich u.a. weiterhin für den Ausbau als fahrradfreundliche Stadt und für den Erhalt und Schutz von Alleen und Bäumen, für eine gentechnikfreie, ökologische Landwirtschaft, für den Klimaschutz und den Ausbau regenerativer Energien, für den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers.




Bekenntnis aus der Französisch-Reformierten Gemeinde
zu Toleranz

Das „Edikt von Potsdam“ von 1685 ermöglichte es französischen Protestanten im Kurfürstentum Brandenburg und in der Stadt Potsdam eine neue Heimat zu finden, in der sie vor der religiösen Verfolgung geschützt waren. In Potsdam und anderen Orten gründeten sie reformierte Gemeinden. Die Französisch-Reformierte Gemeinde in Potsdam besteht seit 1723.

Heute umfasst die Französisch-Reformierte Gemeinde zahlreiche neue Mitglieder, die keine hugenottischen Wurzeln haben. Dennoch sind in unserer Gemeinde nach wie vor Familien und Einzelpersonen präsent, die Nachfahren dieser französischen Glaubens-flüchtlinge sind. Dieser Ursprung unserer Gemeinde als Flüchtlingsgemeinde, deren Mitglieder in ihrem Heimatland permanenter Verfolgung ausgesetzt waren, ist auch für die heutige Gemeinde in Potsdam Verpflichtung, sich für eine offene und tolerante Gesell-schaft einzusetzen. Die Erinnerung an die hugenottische Geschichte und auch unsere eigenen Erfahrungen im 20. Jahrhundert öffnen den Blick für Menschen, die heutzutage der Verfolgung ausgesetzt und auf der Flucht sind. Ebenso versuchen wir aus dieser Erfahrung heraus ein tieferes Verständnis für Menschen zu entwickeln, die in der Fremde mit vielen Schwierigkeiten eine neue Heimat erst finden müssen.

Während der Zeit der Verfolgung und Not war der hugenottischen Gemeinde die Bibel stets Richtschnur für ihr Handeln. Die Bibel enthält zahlreiche Erfahrungen von Menschen, die auf Gastfreundschaft, rettende Hände und offene Arme angewiesen waren. Die Berichte vom Auszug Israels aus Ägypten, dem babylonischen Exil und Jesu Wanderschaft und Wirken in Galiläa zeugen in besonderer Weise von der Notwendigkeit der Toleranz, der Rücksichtnahme und vom Respekt vor den Mitmenschen.

Die Bibel dient auch unserer heutigen Französisch-Reformierten Gemeinde als Richt-schnur. Der Gedanke der Toleranz und die Dankbarkeit für die trotz mancher Schwierig-keiten offene Aufnahme in der Fremde finden sich in unserem Gemeindeleben schwer-punktmäßig in den folgenden Aktivitäten wieder:

  • Gelebte Ökumene, das heißt der Austausch mit christlichen und anderen Glaubensgemeinschaften. Insbesondere sind hier zu nennen: der Weltgebetstag der Frauen, die Friedensdekade, Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen in Potsdam mit zahlreichen Bibelwochen, Ökumenisches Bibellesen.
  • Offene Kirche: Ehrenamtliche Tempelwächter wenden einen beträchtlichen Teil ihrer Freizeit auf, um die Französische Kirche für Gäste und Einheimische offen zu halten und so einen Ort der Stille, der Zuflucht und der Andacht zu bieten.
  • Die Beherbung des Eine-Welt-Ladens. Seit 1989 engagieren sich hier Menschen, um für eine gerechtere Welt zu wirken. Das Prinzip der Solidarität verstehen wir hier als Weiterführung des Gedankens der Toleranz. Der Eine-Welt-Laden ist zudem Anlaufpunkt und Begegnungsort für viele Engagierte und Initiativen in Potsdam.
  • Hospizarbeit: Sterbende werden oftmals in unserer Gesellschaft ausgegrenzt. Mitglieder der Gemeinde suchen deshalb Menschen auf, die zu Hause oder im Krankenhaus im Sterben liegen, um ihnen einen würdigen Abschied zu ermöglichen und ihre Ange-hörigen zu trösten. Achtung des Gegenübers, seines Lebens und Sterbens, steht hier als wesentlicher Bestandteil von Toleranz ganz im Mittelpunkt.
  • Kirchenasyl: Unsere Gemeinde nimmt in Erinnerung an die eigene Geschichte den Schutz vor Verfolgung ernst und fühlt sich verpflichtet, sich gegebenenfalls auch tatkräftig dafür einzusetzen, dass Menschen nicht in ein lebensbedrohliches Umfeld abgeschoben werden.
Unsere Gemeinde ist sich bewusst, dass unser Handeln im Sinne von Mitmenschlichkeit, Weltoffenheit, gegenseitiger Achtung, aber auch demokratischer Streitkultur nur unvoll-kommen ist. Im Geist der reformierten Tradition streben wir jedoch danach, unseren Glauben und unser Handeln mit der Bibel als Richtschnur kontinuierlich zu hinterfragen und zu erneuern. Daher wollen wir uns auch in Zukunft mit Fragen einer gelebten und nicht nur proklamierten Toleranz auseinandersetzen, bei der die Menschenwürde und die Nächstenliebe im Mittelpunkt stehen.


Familie Dr. Christiane de l’Or • Karl-Heinz Drews • Pastorin Sabine Fries • Günter Fuls • Thomas Herrmann (Presbyter) • Pastor Hewitt • Karl Hildebrandt und Nico Brazda-Hildebrandt • Ina Holz • Minje Kessel • Dr. Klaus-Wilhelm Knauth • Dietrich Kowalski (Presbyter) • Ruth Koschel • Angelika Leipold • Sybille Möller • Dr. Martin Pestke (Presbyter) • Sylvie Roelly • Pastorin Hildegard Rugenstein und Familie • Mario Sandner • Jochen Schiller • Dr. Sigrid Schwiderski • Annette Seufert (Presbyterin) • Sonja Üregen • Christina Vierke • Krister Volkmann • Gabriele Wagner • Sebastian S. Wallenstein • Michael Zajonz



Selbstverpflichtung des Akademischen Auslandsamts und des Bereichs „Internationale Forschungskooperation“

Die MitarbeiterInnen des Akademischen Auslandsamts sowie des Bereichs „Internationale Forschungskooperation“ unterstützen mit ihrer Arbeit ausländische Studierende und WissenschaftlerInnen, die einen Teil ihres Lebens in Potsdam verbringen und somit ein Teil von Potsdam werden.

Das Akademische Auslandsamt berät und betreut ausländische BewerberInnen, Studierende und Promovenden der Universität Potsdam zu studienbegleitenden, ausländerrechtlichen, finanziellen und anderen Fragen des alltäglichen Lebens in Deutschland und ist einer der wichtigsten Ansprechpartner der Studierenden während ihres Studiums. Um eine vielseitige und kompetente Beratung zu gewährleisten, pflegt das Akademische Auslandsamt ständigen Kontakt zu Institutionen der Universität sowie der Stadt. Die MitarbeiterInnen sehen sich dazu verpflichtet, die ausländischen Studierenden bei ihrem Studium an der Universität Potsdam zu unterstützen, das Leben in der Stadt Potsdam best-möglich zu begleiten und das gegenseitig bereichernde Miteinander junger Menschen verschiedener Nationalitäten zu fördern.

Das Team des Akademischen Auslandsamts organisiert ferner Sprach- und Fachkurse für ausländische Studierende aus aller Welt in einer offenen Atmosphäre des gegenseitigen Austausches. Dabei stehen einerseits das Erlernen der deutschen Sprache bzw. die fachliche Arbeit im Mittelpunkt, zum anderen spielt die interkulturelle Kommunikation eine große Rolle.

Nicht nur die Unterstützung von Studierenden steht im Mittelpunkt unserer Arbeit. Das Welcome Center Potsdam berät in Kooperation mit der Landeshauptstadt Potsdam ausländische GastwissenschaftlerInnen  der Universität Potsdam und der wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen der Stadt. Das Welcome Center Potsdam ist bestrebt,  internationalen Forschern durch einen schnellen und kompetenten Service beste Rahmenbedingungen für einen angenehmen Aufenthalt in Potsdam zu bieten. Damit sich künftig mehr ausländische WissenschaftlerInnen und deren Familien dazu entschließen, Potsdam als Lebensmittelpunkt für ihren Aufenthalt in Deutschland zu wählen, verpflichtet sich das Welcome Center Potsdam, auch in Zukunft diesen Service beizubehalten und weiter aus-zubauen. Es ist geplant, ein Patenschaftsprogramm zur Förderung der sozialen Integration der internationalen Gastwissenschaftler zu etablieren. Dafür sollen Potsdamer BürgerInnen gewonnen werden, um den interkulturellen Austausch zu fördern – dies ist auch vor dem Hintergrund der Diskussion um Ausländerfeindlichkeit in Brandenburg von besonderer Bedeutung.

Die MitarbeiterInnen des Bereichs „Internationale Forschungskooperation“ der Universität Potsdam leisten durch ihr vielfältiges Beratungs- und Unterstützungsangebot ebenfalls einen Beitrag dazu, die Universität Potsdam für ausländische Spitzenwissenschaftler zunehmend attraktiver zu machen. Internationale Kooperationsprojekte setzen ein hohes Maß an Toleranz und Verständnis der Teilnehmer untereinander voraus. In der praktischen Umsetzung internationaler Forschungszusammenarbeit tragen die MitarbeiterInnen dazu bei, kulturelle Grenzen zu überwinden und den interkulturellen Dialog auf höchstem Niveau zu vertiefen.
Der Bereich unterstützt ferner ausländische GastwissenschaftlerInnen bei der sofortigen Integration in die jeweiligen Fakultäten, Institute und Arbeitsbereiche und versucht, seine Unterstützung dahingehend zu vervollständigen, dass bürokratische Hürden und administrative Verständnisprobleme bei der Umsetzung von internationalen Projekten so weit wie möglich vermieden werden.

Doch nicht nur die gute Beratung und Betreuung von Ausländerinnen und Ausländern in Potsdam kann dazu beitragen, dass diese Stadt ein tolerantes Potsdam ist, wird und bleibt. Denn eine weitere wichtige Aufgabe des Akademischen Auslandsamts ist die Unterstützung derjenigen Potsdamer Studierenden, die einen Teil ihres Studiums im Ausland verbringen möchten. Durch zahlreiche Hochschulkooperationen und Beratungen rund um das Studium und Praktikum im Ausland versuchen wir, den Studierenden den Weg zu Auslandserfahrungen zu ebnen. Diese Erfahrungen machen die Studierenden nicht nur als qualifizierte Arbeitskräfte wertvoll, sondern auch und vor allem als Persön-lichkeiten.  Sie lernen auf diesem Wege neue Länder und Kulturen kennen, sie verinnerlichen sie, werden selbst ein Teil von ihnen und bereichern wiederum dadurch ihre eigene Kultur. Und kaum etwas kann die Toleranz und Akzeptanz des Fremden und Unbekannten besser unterstützen als einmal selbst der Fremde gewesen zu sein.




Selbstverpflichtung des Verein Oberlinhaus

Aus diakonischer Verantwortung vor Gott und für die Menschen ist das Oberlinhaus 1871 entstanden. Diese Verantwortung gilt bis heute. Das Oberlinhaus ist ohne das christlich-diakonische Selbstverständnis nicht zu verstehen. Dabei sind wir für Schwache, Benachteiligte und Kranke da, die auf Hilfe, Unterstützung und Beratung angewiesen sind. In unserem Verständnis ist der Wert des Menschen durch Gott gegeben, unabhängig von Krankheit oder Behinderung. Hier setzt unser diakonisches Handeln an.

Das Oberlinhaus fühlt sich mit den christlichen Wurzeln der Toleranzedikte von 1662 und 1685 verbunden. Das neue Potsdamer Toleranzedikt bietet die Möglichkeit, Toleranz im Umgang mit anderen Menschen neu in den Mittelpunkt zu rücken. In diesem Diskussionsprozess möchte das Oberlinhaus in besonderer Weise das Thema:

Umgang mit Menschen mit Behinderung

in den allgemeinen Fokus rücken.

Als Teil des Gemeinwesens in Babelsberg erleben die Bewohner und Mitarbeitenden des Oberlinhauses immer wieder, wie selbstverständlich die Gegenwart und der Umgang mit Menschen mit Behinderung geworden ist.
 
Gleichzeitig erleben Betroffene im Alltag auch, dass Ablehnung, Unsicherheit, Unverständnis und Unachtsamkeit gegenüber Menschen mit Behinderung noch nicht überwunden sind.

Für das Oberlinhaus bedeutet dieses, dass Toleranz sich im Alltag zeigen und bewähren muss. Die notwendige Diskussion darüber mit den Potsdamerinnen und Potsdamern zu führen, regt das Oberlinhaus an.

In dieser Selbstverpflichtung, erklärt das Oberlinhaus:

  • Diakonische Hilfe und Unterstützung kommt, unabhängig von der konfessionellen Zugehörigkeit, allen bedürftigen Menschen zugute, die im Oberlinhaus Hilfe suchen. Dabei zeichnet sich das diakonische Handeln dadurch aus, dass sein Schwerpunkt auf dem seelischen und leiblichen Wohlergehen liegt.
  • Diakonisches Handeln geschah viele Jahrzehnte durch das Mitwirken der Diakonissen und diakonischen Schwestern. Alle heute im Oberlinhaus Arbeitenden stehen dankbar in der Tradition der Arbeit, die vor uns geleistet wurde. Deshalb ist  Toleranz im Alltag immer in der Verantwortung des gesamten Verein Oberlinhaus.
  • Durch die zentrale Lage und die fast 140-jährige Prägung des Ortsteiles Babelsberg ist das Oberlinhaus wesentlicher Bestandteil der Stadt Potsdam. In diesem regionalen Bezug bleibt das Oberlinhaus verankert. Mitwirkung bei gesellschaftlichen Fragestellungen, Schaffung eines behindertenfreundlichen Umfeldes und Verantwortung für das Gemeinwohl sind Teil des Selbstverständnisses.

Aus dieser Verantwortung wird das Oberlinhaus Mitunterzeichner des Potsdamer Toleranzedikts.

Matthias Fichtmüller,Vorstandsvorsitzender, Potsdam, 4. September 2008




Selbstverpflichtung Seniorpartner in School Brandenburg e.V.

Toleranz beginnt im Kindes- und Jugendalter. Dafür setzen sich die Seniorpartner in School Brandenburg mit ihrer Erfahrung und Kompetenz ein. Sie helfen Kindern und Jugendlichen, ihre Konflikte aggressions- und gewaltfrei zu lösen. Denn ein friedliches Miteinander im Schulalltag ist ein Eckpfeiler für früh erlernte Toleranz. Nach einer Ausbildung zu Schulmediatoren verfolgen Männer und Frauen im Alter 55+ dieses Ziel, indem sie regelmäßig mit Kindern und Jugendlichen an Schulen darauf hin arbeiten. Der gemeinnützige Verein Seniorpartner in School Brandenburg (SiS) steht für eine hochwertige Weiter- und Fortbildung seiner Mitglieder ein, damit sie als Schulmediatoren die Toleranz bei Kindern und Jugendlichen wirksam fördern und ausbilden können.

SiS Brandenburg möchte dieser Arbeit in größerem Umfang als bisher nachgehen. Deshalb sind Männer und Frauen im Alter 55+ aufgerufen, sich dieser verantwortungsvollen Aufgabe zu widmen und als Schulmediatoren den Toleranzgedanken an Schulen weiter zu verbreiten.




Toleranz und Vielfalt auf Hermannswerder

Über 100 Jahre zurück reichen die Wurzeln der Hoffbauer-Stiftung mit Sitz auf der Potsdamer Insel Hermannswerder. In Anbetracht ihres traditionsreichen, immer eng mit dieser Stadt verbundenen Wirkens freut sich die Hoffbauer-Stiftung über das Potsdamer Toleranzedikt und möchte gerne ihren Beitrag zu dessen Gelingen leisten.

Damals und heute: Tatkräftig für andere da sein

Über 100 Jahre ist es her, dass das Berliner Fabrikantenehepaar Clara und Hermann Hoffbauer aus christlicher Überzeugung und dem Motto „Besitz als Verpflichtung“ folgend begann, sich für seine Mitmenschen zu engagieren. Nach dem Tod Hermann Hoffbauers erwarb Clara Hoffbauer ein ca. 40 Hektar großes Gebiet auf Hermannswerder und verantwortete 1901 die Gründung der nach ihrem Gatten benannten Stiftung. Insgesamt entstanden rund 20 neue Gebäude auf der Insel, zu denen ein Krankenhaus, Waisenhäuser und eine höhere Mädchenschule gehörten. Das diakonische Anliegen, das damals den Stiftungsgedanken bestimmt hatte, erlebt heute, nach vielen Höhen und Tiefen, seine Fortsetzung.
Ein Blick auf das heutige Leben und Arbeiten auf Hermannswerder zeigt die ganze Breite des Stiftungsengagements: Hier befinden sich zahlreiche Bildungseinrichtungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Darüber hinaus leben und arbeiten hier Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen finden Pflege und Betreuung, Diakonissen verbringen hier ihren Lebensabend.

Evangelisch macht Schule… in Potsdam und ganz Brandenburg
Unter dem Motto „Evangelisch macht Schule“ hat die Hoffbauer-Stiftung 2006 gemeinsam mit der Stephanus-Stiftung ihre Bildungseinrichtungen in Berlin und Brandenburg zusammengeführt. Entstanden ist die größte evangelische Bildungsträgerin in der Region: die Hoffbauer gGmbH. In dieser findet sich das gesamte Bildungsspektrum wieder: Von Frühförder- und Beratungsstellen, Kindertagesstätten und Förderschulen über Grundschulen, das Evangelische Gymnasium Hermannswerder mit Internat sowie Berufsfachschulen, berufliche Ausbildungsstätten, Fernlernangebote und Fort- und Weiterbildung. Rund 500 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für 4.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene tätig.

Begabungen fördern, soziale Verantwortung lernen
Eine wichtige Gemeinsamkeit hat die Arbeit in all den unterschiedlichen Einrichtungen: Sie wird getragen durch die Kraft und das Vertrauen, die aus der christlichen Sicht auf Mensch und Welt erwachsen. Hier wird der Mensch als individuelle Persönlichkeit gesehen, deren Förderung und Entfaltung sowie deren Erziehung zu sozialer Verantwortung für das Gemeinwesen das wichtigste Anliegen ist. Die Bildungsangebote stehen unabhängig von Herkunft und einer konfessionellen Bindung all denen offen, die sich eine Kindertagesstätte, eine Schule etc. mit christlicher Prägung und reformpädagogischer Ausrichtung wünschen. Regelmäßig nehmen Schülerinnen und Schüler der Hoffbauer-Bildungseinrichtungen an internationalen Begegnungen teil, denn andere Kulturen und den respektvollen Umgang miteinander kennen zu lernen, fördert Toleranz über Ländergrenzen hinweg.

Offen sein, wo andere die Augen verschließen
Diese auch im Potsdamer Toleranzedikt formulierte Offenheit und Vielfalt möchte die Hoffbauer-Stiftung im Alltag in Potsdam stärken und ausbauen. Aktiv am Leben in der Stadt mitzuwirken, offen für Toleranz und Demokratie einzutreten und bei Schwachstellen und Problemen nicht wegzuschauen, ist deshalb genau wie zu Gründungszeiten der Stiftung auch heutzutage das Anliegen.

Auch vor vermeintlichen Tabuthemen verschließt die Stiftung ihre Augen nicht. So sterben heute immer noch viel mehr Menschen im Krankenhaus als zu Hause. Obwohl sich 80% der Bevölkerung wünschen, zu Hause sterben zu können, ist dieses in Großstädten bei weniger als 10% der Menschen der Fall. In der Landeshauptstadt Potsdam fehlt jedoch ein stationäres Hospiz, welches ein würdiges Lebensende möglich macht, wenn dieses nicht im eigenen Zuhause sein kann. Die Hoffbauer-Stiftung als Trägerin des Ambulanten Hospizdienstes Potsdam plant deshalb gemeinsam mit anderen Trägern ein stationäres Hospiz zu errichten. Eine solche Einrichtung in Potsdam würde allen Sterbenskranken offen stehen, deren Lebenserwartung begrenzt ist und die zu Hause nicht mehr gepflegt werden können.




Wir bekennen uns zu Toleranz und Weltoffenheit

Katholische Studentengemeinde Potsdam
„Philipp Neri“

   
Das Wort „Katholisch“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet: „das Ganze, alle betreffend; allgemein“ (Duden), dem fühlen wir uns in der Katholischen Studentengemeinde (KSG) verpflichtet! Seit 1994 veranstalten wir in der Vorlesungszeit wöchentlich Studentengemeindeabende, zu denen insbesondere Studierende, aber auch Hochschulangehörige und alle anderen Interessierten eingeladen sind. Auf dem semesterweise von uns Studierenden organisierten Programm, stehen u. A. Vorträge, Messen, Reiseberichte, Koch-, Film- und Spielabende.

In unserer KSG versteht sich Weltoffenheit von selbst. Wir haben bis jetzt immer das Glück gehabt, Austauschstudenten in unserem Kreis begrüßen zu dürfen und ihnen in Potsdam eine offene Gemeinschaft bieten zu können. Offenheit ist in unserer KSG nicht nur moralische Pflicht, sondern überlebensnotwendig, da der Kreis der Teilnehmer sich studiumsbedingt laufend ändert. Unsere KSG steht Angehörigen aller Religionen und auch Atheisten offen. Erst die Vielfalt, die sowohl national, konfessionell, studienfachspezifisch und altersspezifisch besteht, macht den Diskurs interessant. Hierbei ist Toleranz unabdingbar, damit wir uns bei den inhaltlich oft scharf geführten Diskussionen dennoch verstehen und Gemeinschaft erleben dürfen.

Fundament unserer Gemeinde ist hierbei natürlich der katholische Glaube, der sich in der gemeinsamen Heiligen Messe und im gemeinsamen Gebet wiederspiegelt, wozu selbstverständlich alle eingeladen sind. Wir bemühen uns aktiv um die Ökumene. Zusammen mit der Evangelischen Studentengemeinde Potsdam (ESG) organisieren wir mehrere Veranstaltungen im Semester. An der Organisation der ökumenischen Hochschulgottesdienste sind wir ebenfalls beteiligt.
Für theologischen und weltlichen Beistand stehen unser Pastoralreferent Christoph Dähnrich und unser Kaplan Hansjörg Blattner zu Verfügung. Unter www.ksg-potsdam.de können Interessierte sich informieren und den ersten Kontakt herstellen.
Gezeichnet die KSG „Philipp Neri“ Potsdam.




Selbstverpflichtung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Psychoseseminars zum neuen Toleranzedikt für Potsdam

Psychoseseminare gibt es in vielen Städten Deutschlands. Auch in Potsdam gibt es seit über zehn Jahren ein Psychoseseminar als feste Institution an der Fachhochschule.

In Psychoseseminaren begegnen sich psychose-erfahrene Menschen, Angehörige von Psychose-Erfahrenen und Professionelle aus der Psychiatrie als Experten, die sich um ein ganzheitliches Verständnis von Psychosen bemühen und sich dem „Trialog“ verpflichtet fühlen. Trialog bedeutet für uns im Psychoseseminar genauso wie in allen anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen:

  • Achtung vor dem Gegenüber und seiner/ ihrer Lebenserfahrung, 
  • Begegnung auf gleicher Augenhöhe,
  • akzeptieren, dass jeder Mensch über seine/ ihre eigene Wahrheit und Perspektive verfügt, 
  • aushalten, dass diese Wahrheiten manchmal im Widerspruch zueinander stehen, aber dennoch nicht den Respekt voreinander verlieren,
  • ein Verständnis zu entwickeln für die manchmal schwer verständlichen Handlungen, Vorstellungen und Ansichten von Menschen, die aus dem Rahmen dessen herausfallen, was als „normal“ angesehen wird,
  •  Mitgefühl mit dem Leiden anderer entwickeln,
  • sich an die Seite von Menschen stellen, die in unserer Gesellschaft ausgegrenzt oder stigmatisiert werden, und auch gegenseitiger Stigmatisierung entgegenwirken,
  • benachteiligte Menschen ermutigen, den eigenen, manchmal unkonventionellen, aber selbst bestimmten Lebensweg zu gehen.
In diesem Sinne spielt Toleranz eine wesentliche Rolle in den Psychoseseminaren. Wir wollen gemeinsam dazu beitragen, dass es auch in Zukunft in Potsdam ein Psychoseseminar als einen Ort gibt, an dem selbst angesichts von Schwierigkeiten um Toleranz und Verständnis gerungen wird. Die Erfahrungen, die wir dabei machen, möchten wir zudem in andere Bereiche der Gesellschaft hineintragen und so mit unseren Mitmenschen teilen.



Selbstverpflichtung des Brandenburgischen Kulturbund e.V

Der Brandenburgische Kulturbund e.V betreibt mit dem Integrations- und Schulgarten am Schlaatz eine Initiative, in der viele Gedanken des Toleranzedikts beispielhaft verwirklicht werden.

Multikulti ist für uns kein Schlagwort, sondern wir leben kulturelle Vielfalt im Alltag.

Integrationsbereite Bürger mit Migrationshintergrund aus neun verschiedenen Herkunftsländern nutzen ein Stückchen Gartenfläche sowohl zum Eigenanbau von Obst, Gemüse oder Blumen als auch zum Gemeinschaftserleben mit den Gartenfreunden aus ganz unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen und Strukturen.

Die Selbstverwirklichung über die Bewirtschaftung der 'eigenen' Fläche ist genauso wichtig, wie das Tolerieren ganz anderer Formen, das Diskutieren bis hin zum Streiten und letztlich das sich Einbringen in einen gemeinsamen Gestaltungsrahmen. Höhepunkte sind die gemeinsamen Feste, bei denen Toleranz und gegenseitiger Respekt zum emotionalen Miteinander werden.




Selbstverpflichtung des Deutsche Jugendherbergswerk Berlin – Brandenburg

Wir, das Deutsche Jugendherbergswerk Berlin – Brandenburg e.V., verpflichten uns aktiv für Toleranz und gegen gesellschaftliche Ausgrenzung zu engagieren. Wir haben seit 2004 unseren Sitz und Geschäftsstelle in Potsdam. Wir verwalten damit von Babelsberg aus unsere 17 Jugendherbergen in der Region mit ihren 180 MitarbeiterInnen und zählen über 400.000 Übernachtungen in unseren Häusern. Unsere Gäste kommen aus weit über 100 Ländern der Welt.

Wir sind zudem mit über 110.000 Mitgliedern ein wichtiger Faktor des bürgerschaftlichen Engagements in der Region.

Wir stehen für Jugendarbeit und Tourismus. Beide leben gleichermaßen von
Toleranz und Offenheit für den Anderen.

Wir erleben den toleranten Umgang mit unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe oder Religion als tägliche Realität.
Wir stehen für unsere satzungsmäßigen Ziele:

  •  vornehmlich für die Jugend tätig zu sein, unabhängig von Ihrer Zugehörigkeit zu einem Volk, einer Religion oder Weltanschauung, einer politischen Partei oder einem Geschlecht.
  • das gegenseitige Verständnis und das friedliche Miteinander der Jugend aller Völker zu fördern.

Wir bekennen uns daher zu einem weltoffenen und toleranten Potsdam als Teil eines weltoffenen und toleranten Brandenburgs in einer weltoffenen und toleranten Welt.
 
Wir werden im Rahmen dieser Selbstverpflichtung dafür eintreten, dass

  •  Alle Menschen, unabhängig von ihrem sozialen Status, ihrer Herkunft oder ihrer Religion in unseren Häusern gleichermaßen willkommen sind,
  • durch unsere Arbeit ein aktiver Beitrag zur Bekämpfung von Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und gesellschaftlicher Ausgrenzung geleistet wird.
  • Multikulturalität als Bereicherung für unsere Gesellschaft betrachtet wird und
  • Hass, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung wegen Herkunft, Religion, Weltanschauung, sexueller bzw. politischen Orientierung oder Behinderung abgelehnt wird.

Für das Deutsche Jugendherbergswerk Berlin – Brandenburg e.V.


            Alexander Fritzke            Thomas Seerig                    Burkhard Helle
                Präsident                Vorstandsvorsitzender        Vorstandsmitglied




„Toleranz und Solidarität sind miteinander verbunden“

Aktionsladen ‚Eine Welt’ verfasst Selbstverpflichtung
Der Aktionsladen 'Eine Welt' entstand Ende 1989 aus einer Initiative der Französisch-Reformierten Gemeinde. Bis heute bietet diese dem Aktionsladen in ihrem Gemeindehaus ein Zuhause.

Wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Aktionsladen 'Eine Welt' engagieren uns ehrenamtlich für eine gerechtere Welt, in der jeder Mensch in Würde arbeiten und leben kann. Dazu bemühen wir uns in unserer Freizeit nach Kräften,
  • den Weltladen offen zu halten und Waren des Fairen Handels zu verkaufen;
  • über die Herkunft der Produkte und die Lebensbedingungen der Menschen zu informieren, die diese Waren produzieren;
  • über menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen zu informieren;
  • mit Schulen Projekte im Sinne des Globalen Lernens durchzuführen;
  • für alle Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt im Sinne der Lokalen Agenda 21 Handlungsalternativen aufzuzeigen, wie wir vor Ort in Potsdam für eine gerechtere Welt eintreten können;
  • Vorbild für einen nachhaltigeren Lebens- und Konsumstil zu sein;
  • mit dem Aktionsladen einen Ort zu bieten, in dem Menschen unterschiedlicher Herkunft sich begegnen können, sich willkommen und angenommen fühlen und die Möglichkeit haben, Informationen und Erfahrungen auszutauschen.

Der Aktionsladen Eine Welt wird vom Prinzip der Solidarität getragen. Toleranz bedeutet für uns, offen für Fremdes zu sein, trotz aller Unterschiede respektvoll miteinander umzugehen, aber auch entschieden für die Menschenwürde zu streiten. Toleranz und Solidarität sind in diesem Sinne miteinander verbunden.

Mit unserem Engagement wollen wir auch in Zukunft dazu beitragen, Weltoffenheit, Solidarität und Toleranz in Potsdam zu stärken.





Selbstverpflichtung des Autonomen Frauenzentrums Potsdam e.V.

Wir begrüßen die angestoßene Diskussion um ein weltoffenes und tolerantes Leben in Potsdam. In unserer täglichen Arbeit im Frauenhaus, in der Beratungsstelle, in der Zufluchtswohnung, dem Mädchentreff „Zimtzicken“ oder während der Kultur- und Bildungsveranstaltungen von „primaDonna“ kommen Frauen mit den unterschiedlichsten Lebensschicksalen und Lebenswegen zu uns. Jede befindet sich in einer anderen Situation, sei es aufgrund ihrer Herkunft, sozialer Zugehörigkeit, religiöser Überzeugung oder sexueller Orientierung. Wir setzen uns mit all unseren Mitteln und all unserer Kraft dafür ein, dass jede Frau (und auch jeder Mann) ein selbstbestimmtes Leben auf der Basis der Menschenrechte leben kann.

Auch denken wir, dass Toleranz nicht von oben herab diktiert werden kann und wollen mit unserem Beitrag zu der bürgerschaftlichen Debatte beisteuern. Und noch mehr: wir verpflichten uns hiermit, nicht nur zu mehr Toleranz in Potsdam beizutragen, sondern wollen einen Schritt weitergehen. Wir setzen uns ein für ein Miteinander der Menschen, die in und um Potsdam leben, unabhängig der Herkunft, des Geschlechts, der Religionszugehörigkeit, der sexuellen Orientierung oder der ethnischen Zugehörigkeit. Wir wollen uns nicht nur in unserer Andersartigkeit „aushalten“ (lat. tolerare = aushalten, erdulden, ertragen), sondern uns austauschen, voneinander lernen.

In unserer Vereinsarbeit sehen wir, es ist möglich. Wir, die fest angestellten und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, arbeiten zusammen für ein gewaltfreies, gleichberechtigtes Leben.




Selbstverplichtung von BeDiTo e.V.

Die Mitglieder des Vereins BeDiTo (Begegnung, Dialog, Toleranz) haben auf ihrer Zusammenkunft am 24.07.08 die Initiative des Toleranzediktes für ein weltoffenes und tolerantes Potsdam begrüßt.

  • Wir fühlen uns durch diese Initiative in unserem Bemühen für Verständigung und Toleranz zwischen Religionen, Weltanschauungen und Kulturen bestärkt.
  • Wir werden weiterhin durch unsere Veranstaltungen und Angebote zum Gespräch und zum gegenseitigen Kennenlernen dafür Sorge tragen, dass gegenseitiger Respekt die Zusammenkünfte bestimmt und das Verstehen für den Anderen wächst.
  • Wir setzen uns dafür ein, das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Religion oder Weltanschauung notwendiger Bestandteil des alltäglichen Lebens ist.
  • Wir setzen uns dafür ein, dass unser tägliches Handeln von ethischen Leitsätzen bestimmt wird, die sich aus unseren religiösen oder weltanschaulichen   Überzeugungen ergeben.
  • Wir setzen uns dafür ein, dass alle anerkannten Religionen in der Stadt Potsdam würdige und angemessene Räume erhalten, um ihre Religion auszuüben.
  • Wir setzen uns dafür ein, dass Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit durch Begegnungen und Gespräche abgebaut werden.

Heinz Meixner
Vorsitzender des Vereins BeDiTo




Selbstverpflichtung des 1. FFC Turbine Potsdam 1971 e.V.

In diesem Jahr diskutieren die Potsdamer Bürger über Toleranz und Weltoffenheit und legen im neuen Potsdamer Toleranzedikt ein neues Selbstverständnis der Stadt Potsdam fest.

Der 1. FFC Turbine Potsdam unterstützt dieses Projekt, weil wir Toleranz und Weltoffenheit täglich leben.

Wir haben zum Beispiel Spielerinnen aus Finnland, Norwegen, der Schweiz und kosovo-albanischer Herkunft, die wir hier erfolgreich in unsere Mannschaft integrieren. Wir helfen den Spielerinnen aus dem Ausland, aber auch aus dem Bundesgebiet, hier gut und schnell anzukommen; zeigen ihnen die Stadt, erledigen gemeinsam Behördengänge und helfen, wo immer wir können. Beim Heimspiel am 23. April 2008 gegen den TSV Crailsheim haben die Spielerinnen der 1. Mannschaft die Unterschriften-Aktion „Für ein weltoffenes und tolerantes Potsdam!“ unterstützt.

Fairplay und Respekt gegenüber anderen gehören für uns zum selbstverständlichen Umgang miteinander – auf und neben dem Fußballplatz. Die soziale Integration ausländischer Mitbürger/innen ist in unserer Vereinssatzung festgeschrieben.

Wir werden mit gutem Beispiel vorangehen und ab sofort bei jedem unserer Heimspiele der 1. Fußball-Bundesliga der Frauen je 20 Freikarten an soziale Einrichtungen vergeben. Damit wollen wir ein Zeichen setzen, um soziale und kulturelle Barrieren zwischen MigrantInnen und Einheimischen aber auch zwischen armen und reichen Bewohnern unserer Stadt abzubauen.




Selbstverpflichtung der F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz

Die F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz hat sich folgendem Zweck verschrieben: der Förderung der internationalen Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens, um hiermit dem Rechtsextremismus, der Intoleranz und der Fremdenfeindlichkeit, dem Rassismus und der Gewalt von Jugendlichen in Deutschland entgegenzuwirken.

Dies tun wir im Gedenken an die Opfer und Überlebenden des nationalsozialistischen Terrorregimes, denen durch Menschenrechtsverletzungen schweres Un-recht zugefügt wurde. Unsere Stiftung will dazu beitragen, dass solche Untaten nicht wiederholt werden, die Basis für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben aller Bevölkerungsgruppen geschaffen wird und die Bekämpfung der Fremdenfeindlichkeit und des Rassismus unterstützt wird. Daher unterstützen wir die Durchführung von Bildungs- und Erziehungsprojekten für Kinder und Jugendliche. Hierbei liegt das Hauptaugenmerk auf der besonderen Beachtung der Sozialisation der Begünstigten und der Vermittlung von Wertesystemen. Die Durchführung der von uns geförderten Projekte soll dabei so gestaltet werden, dass hierbei Toleranz konkret erlernt und erlebt werden kann.

Die F.C. Flick Stiftung tritt für ein weltoffenes und tolerantes Potsdam ein und wird sich weiterhin für Projekte einsetzen, die sich gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz richten.

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Selbstverpflichtung des Landesausschusses für Innere Mission (LAFIM)

Der Landesausschuss für Innere Mission (LAFIM) ist dem Potsdamer Toleranzedikt – für eine offene und tolerante Stadt der Bürgerschaft – beigetreten. 

Der Vorstand des LAFIM hat dies auf seiner letzten Sitzung beschlossen. "Wir begrüßen diese Initiative sehr und wollen uns gern dazu verpflichten, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen und Ausgrenzungen ist." sagt Christian Tölken, Vorstandsvorsitzender.

Diese Verpflichtung bezieht sich nicht nur auf die Einrichtungen, die der Landesausschuss für Innere Mission in Potsdam betreibt – die Altenhilfeeinrichtungen "Emmaus-Haus" und "Hasenheyer-Stift" und die Tagespflegen "Herbstsonne" und "Abendsonne". Mit ca. 2.000 Beschäftigten im Land Brandenburg ist der LAFIM von Potsdam aus in den kreisfreien Städten und den meisten Landkreisen mit diakonischen Dienste für Menschen im Alter, für Menschen mit Behinderungen und jungen Menschen tätig.
"Wir konzentrieren uns bei der Umsetzung der Charta auf die Pflege unserer Unternehmenskultur, die von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung eines jeden geprägt ist. Ein besonderer Ausweis dafür sind unsere Unternehmensleitlinien, unsere Qualitätspolitik und die Führungsgrundsätze für unsere leitenden Mitarbeitenden." so Christian Tölken.
Bei Veranstaltungen, die in unseren Einrichtungen stattfinden, z. B. dem 110-jährigen Bestehen des "Hasenheyer-Stiftes" in der ersten Septemberwoche werden wir das Anliegen des Toleranzediktes aufgreifen und verstärken.




Selbstverpflichtung der Brandenburgischen Sportjugend im Landessportbund Brandenburg e.V.

Die Brandenburgische Sportjugend im Landessportbund Brandenburg e.V. (BSJ) als größter Jugendverband im Land Brandenburg beteiligt sich durch diese Selbstverpflichtungserklärung an der Erarbeitung des neuen Potsdamer Toleranzediktes und unterstützt die Initiative ausdrücklich. Die BSJ und ihre Mitglieder positionieren sich gemeinsam eindeutig gegen jegliche Art der Diskriminierung und einer Ideologie der Ungleichwertigkeit von Menschen in unserem Land. Wir streben auf der Basis der Werte des Sports eine Stärkung der Kultur der Anerkennung, Partizipation und Demokratie an. Die BSJ vertritt den Grundsatz religiöser und weltanschaulicher Toleranz. Sie fördert die soziale Integration ausländischer Mitbürger. Die BSJ tritt extremistischen, rassistischen und fremdenfeindlichen Bestrebungen entschieden entgegen.

Die BSJ vertritt folgende Grundsätze:
- Die BSJ unterstützt die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen in den Sportvereinen und Verbänden und fördert eigenverantwortliches Handeln, gesellschaftliche Mitverantwortung, soziales Engagement, Integrationsfähigkeit und interkulturelles Lernen.
- Die interkulturelle Öffnung ist Grundpfeiler der Verbandspolitik der BSJ.
- Die BSJ setzt sich für die Vermittlung demokratischer Werte und ein tolerantes Miteinander, gegen Rassismus, Antisemitismus, Rechtsextremismus und Diskriminierung von Minderheiten ein.
- Die BSJ setzt sich intensiv mit Fragestellungen auseinander, die die Themen Toleranz, Partizipation und Integration umfassen
- Die BSJ befähigt die für unsere Kinder- und Jugendarbeit verantwortlichen Mitarbeiter/-innen zu einer antirassistischen Bildungsarbeit durch die Unterstützung von Qualifizierungsangeboten und das Vorhalten entsprechender Arbeitsmaterialien, und regt ihre Mitgliedsorganisationen zu einer ebenso demokratischen Vereins- und Verbandspolitik an.

Die Brandenburgische Sportjugend im Landessportbund Brandenburg e.V. tritt ein für eine weltoffene und tolerante Sportlandschaft im Land Brandenburg. Sie fördert das interkulturelle Zusammenleben junger Menschen und leistet einen Beitrag für die soziale Integration von ausländischen Mitbürgern und sozial Schwächeren.

Das eigens für dieses Themenfeld eingerichtete und im Sport in Deutschland einzigartige Projekt „Verein(t) gegen Rechtsextremismus – Sport für Menschlichkeit und Toleranz“ ist Ausdruck dieser Grundhaltung der BSJ.

Sport steht für Demokratie, Menschlichkeit und Toleranz.




Selbstverpflichtung des Marketing Clubs Potsdam

Der Marketing Club Potsdam möchte in dem Betätigungsfeld seiner Mitglieder einen Beitrag zum Potsdamer Toleranzedikt leisten – in der Gegenwart und in der Zukunft. Der wirtschaftliche Wettbewerb braucht einen inneren Toleranzleitfaden. Ein toleranter, fairer Wettbewerb muss in das Selbstverständnis jedes Unternehmens. Dazu möchten wir aktiv beitragen.

Der Marketing Club Potsdam setzt sich in dazu insbesondere mit der Corporate Social Responsibility (CSR), also der unternehmerischen Sozialverantwortung, auseinander. Diese umschreibt den freiwilligen Beitrag der Wirtschaft zu einer nachhaltigen Entwicklung, der über die gesetzlichen Forderungen hinausgeht. Ende vergangenen Jahres fand der 3. Potsdamer Marketingtag statt, den der Marketing-Club Potsdam veranstaltete. Dabei lag ein Schwerpunkt auf der Fragestelltung: Was ist Potsdam, was ist CSR? Es ging dabei nicht nur um die Marke „Potsdam“. In drei Workshops zu den Themen "Kultur tut gut - Vorteile für Unternehmen und Kulturträger", "Marktplatz Wissenschaft - Angebote für Wirtschaft nutzen" und "Standortkommunikation und gesellschaftliche Verantwortung" wurde ausgiebig und auch kontrovers diskutiert. Deutlich zu spüren war das Bemühen der Veranstalter, die in Potsdam ansässigen Unternehmen an ihre gesellschaftliche Verantwortung zu erinnern, da ja gerade sie die unbestrittenen Vorteile dieser Stadt mit gutem Namen nutzen.

Die vom MC Potsdam organisierte „Potsdamer Marketingbörse“ am 6. September 2008 soll mögliche Unterstützung und Potsdamer Projekte zusammenbringen. Dazu können Projekte aus den Bereichen Kultur, Soziales, Wirtschaft, Bildung und Sport eingereicht werden, die Unterstützung oder Hilfen durch Dritte benötigen. Diese sollten einen deutlichen Nutzwert für Potsdam haben und so auch zu einem toleranten und weltoffenen Charakter der Stadt beitragen.

Der Marketing-Club Potsdam e.V. wurde 1994 gegründet und ist einer von 65 regionalen Clubs, die unter dem Dach des Deutschen Marketing-Verbandes in Düsseldorf zusammengeschlossen sind.




Selbstverpflichtung des Beratungsfachdienstes für MigrantInnen des Diakonischen Werkes Potsdam e.V.

In unserem Beratungsfachdienst für MigrantInnen, der die Arbeit der Flüchtlingsberatungsstelle und der Migrationserstberatung zusammen schließt, beraten und unterstützen wir Asylsuchende, Flüchtlinge mit einem humanitären, geduldetem oder ungeklärtem Aufenthalt sowie MigrantInnen mit verfestigtem Aufenthaltsstatus. Wir beraten zu unterschiedlichsten migrationsspezifischen Themen, begleiten und unterstützen und verstehen uns  als Mittler zwischen MigrantInnen, Behörden, Ämtern, anderen Beratungsdiensten und unterschiedlichsten Einrichtungen oder Institutionen. 

Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der Mensch, unabhängig von Aufenthaltsstatus oder Staatsangehörigkeit, von Religion, Geschlecht, Alter, sozialem Status oder ethnischer Zugehörigkeit.  Wir sind uns  der besonders schwierigen Lage der Flüchtlinge bewusst und berücksichtigen diese in unserer Arbeit entsprechend.

Durch kompetente Beratung wollen wir MigrantInnen zu ihren Rechten verhelfen und deren Verständnis für die gesellschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland fördern.  Unsere Angebote sollen ein besseres Ankommen in Deutschland unterstützen und damit den  individuell unterschiedlichen Integrationsprozessen dienlich sein. In der Bevölkerung und in Institutionen versuchen wir Verständnis für die Lage der MigrantInnen hervorzurufen und zu vertiefen.

Wir setzen uns dafür ein, die oft schwierige Lebenssituation der MigrantInnen und insbesondere die der Flüchtlinge zu verbessern. Insbesondere in der Stadtverwaltung Potsdam und in Landes- und Bundespolitik machen wir immer wieder auf Missstände aufmerksam, die MigrantInnen an einer gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben hindern oder sie diskriminieren und wirken in konstruktiver Weise an einem Wandel  mit. Durch die Arbeit in geeigneten Gremien und Lobbyarbeit versuchen wir Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse zu nehmen.

Erst im Umgang mit den schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft zeigt sich, wie tolerant wir wirklich sind. Potsdam hat bereits in einigen Bereichen versucht, die Lebenssituation von Flüchtlingen zu verbessern. Aber es bleibt noch viel zu tun…….




Selbstverpflichtung des SC Potsdam e.V.

Logo SCPotsdam

Der SC Potsdam, größter Sportverein im Land Brandenburg, beteiligt sich mit einer Selbstverpflichtung am Potsdamer Toleranzedikt. „Für eine offene und tolerante Stadt der Bürgerschaft“ lautet das Motto der Initiative. Für den SC Potsdam liegt in diesem Zusammenhang ein besonderes Augenmerk auf der Betreuung von Kindern und Jugendlichen, einschließlich der Integrationsarbeit. „Weg von der Straße“ ist unser Motto. Der dem Verein angeschlossene Kinderclub „Junior“ sowie der Jugendclub „OFFLINE“ in Drewitz bzw. im Kirchsteigfeld bieten umfangreiche Angebote einer sinnvollen Freizeitgestaltung.

Im Rahmen des Potsdamer Toleranzediktes gilt für den SC Potsdam in der Gegenwart und in der Zukunft:


Die Mitglieder des SCP bekennen sich ausdrücklich zur völkerverbindenden Idee des Sports. Sie lehnen jegliche Diskriminierung von Minderheiten ab und treten aktiv für die Beachtung der Menschenrechte ein. Darüber hinaus fördern sie alle Bemühungen zur Eindämmung der Kriminalität, zur Integration von Kriminalitätsopfern sowie zur Resozialisierung von straffällig gewordenen Mitbürgern.

Im Dezember 1994 wurde der traditionsreiche Sportclub Potsdam e.V. (SCP) neu gegründet. Der SC Potsdam e.V. versteht sich als Verein für die Stadt Potsdam und die Region, in dem Breiten-, Leistungs-, Senioren- sowie Kinder- und Jugendsport vereint sind. So bietet der Club vielfältige Möglichkeiten, dass sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene aller Altersbereiche in den einzelnen Abteilungen sportlich betätigen können. Für Menschen mit Behinderung gibt es eine spezielle Abteilung. Schon nach kurzer Zeit entwickelte sich der SCP mit ca. 2.650 Mitgliedern und über 100 ehrenamtlichen Trainern sowie Übungsleitern zum größten Verein des Landes Brandenburg. Das Spektrum des Vereins umfasst auch die Organisation und Durchführung herausragender Sportveranstal-tungen, wie z.B. die Internationalen Stabhochsprungmeetings in Potsdam sowie Bad Oeynhausen, die Sommer-Bobanschubmeisterschaften, internationale bzw. nationale Leichtathletik- sowie Behindertensportveranstaltungen oder „Mach mit – mach’s nach – mach’s besser“. Dazu kommen noch die vielfältigsten Events, welche im Kirchsteigfeld veranstaltet werden.





Selbstverpflichtung des Studentenwerkes Potsdam

Mit unserem Service rund ums Studium gestalten wir den Lebensraum Hochschule entscheidend mit und erhöhen damit auch die Attraktivität der Hochschulstädte. Daher begrüßen wir das neue Potsdamer Toleranzedikt und wollen mit einer Selbstverpflichtung zu dessen Gelingen beitragen. Ziel unseres Handelns ist, dass alle Studierenden ihr Studium erfolgreich abschließen können.

Dabei liegt – auch in Zukunft – ein Schwerpunkt auf Aktivitäten zur Unterstützung ausländischer Studierender: Etwa durch die Übergabe eines kleinen Begrüßungspräsentes für unsere Mieterinnen und Mieter in den Studentenwohnanlagen oder die kostenlose Leihgabe von Fahrrädern. Wir fördern Kultur- und Sportprojekte, Feiern und Publikationen und sind Ansprechpartner in sozialen Fragen. Aber auch durch ehrenamtliche Wohnheimtutoren, die über uns koordiniert werden, stehen wir ausländischen Studierenden zur Seite.

Das Studentenwerk Potsdam tritt für einen weltoffenen und toleranten Hochschulstandort Potsdam ein und verpflichtet sich auch in Zukunft zu Aktivitäten zur Unterstützung ausländischer Studierender.

Auf der Grundlage der Verordnung über die Errichtung von Studentenwerken vom 18.September 1990 nahm das Studentenwerk Potsdam zum 1. Januar 1991 seine Arbeit auf. Es ist für die Betreuung von ca. 27.000 Studierenden an fünf Hochschulen in Potsdam, Brandenburg an der Havel und Wildau zuständig. Etwa 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den Bereichen Ausbildungsförderung (BAföG), Mensen und Cafeterien, Studentisches Wohnen, Beratung und Verwaltung arbeiten, wollen den Studierenden gute Studienbedingungen bieten.

Karin Bänsch
Geschäftsführerin

Selbstverpflichtung des Studentenwerkes Potsdam (PDF)




Selbstverpflichtung der Oracle Deutschland GmbH, Potsdam

Oracle  - Partner der Gesellschaft
Seit mehr als 30 Jahren unterstützt Oracle als weltweit führender Anbieter von Unternehmenssoftware seine Kunden mit zuverlässiger, sicherer und integrierter Softwaretechnologie. Das Unternehmen ist aber nicht nur leistungsstark und erfolgreich, sondern versteht sich auch als verantwortungsvoller Partner der Gesellschaft.

Das bedeutet zweierlei: Erstens übernimmt das Software-Unternehmen innerhalb seiner Geschäftstätigkeit täglich Verantwortung und bezieht klare Positionen zu Wertefragen. Dieses Bewusstsein drückt sich beispielsweise in der fairen und offenen Unternehmenskultur sowie den transparenten Vorgaben für Oracle Lieferanten aus. 

Zweitens zeigt sich die gesellschaftliche Verantwortung von Oracle in seinem Engagement im weiteren Sinne seines Kerngeschäfts. Die gesellschaftliche Aufgabe des Unternehmens wird vor allem durch den vielfältigen Einsatz zahlreicher Mitarbeiter/-innen geprägt. Für sein Engagement hat der Konzern klare Leitlinien entwickelt. Als Software-Hersteller unterstützt Oracle vor allem Projekte mit Bezug zur Informationsgesellschaft. Es geht dem Unternehmen aber keineswegs um graue Theorie. 

Think  global, act local.
In den Projektteams bei Oracle kommen weltweit Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Nationen an einem Standort zusammen – und arbeiten an maßgenauen Software-Lösungen für internationale Kunden. Diese Weltoffenheit möchte Oracle auch in Potsdam nach außen tragen und setzt sich daher gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit ein. Dort wurde 2006 die Initiative „Zeichen setzen“ gegründet. Denn an der Schiffbauergasse, wo Menschen aus über 15 Nationen tätig sind, hat Fremdenfeindlichkeit keinen Platz! Unterstützt und getragen von allen Unternehmen und Kultureinrichtungen der Schiffbauergasse bringt „Zeichen setzen“ diese Menschen zusammen und ist ein Symbol für ein weltoffenes, respektvolles und nachbarschaftliches MITEINANDER.
In einem gemeinsamen Kreativ-Workshop wurde ein Zeichen gesetzt – eine Sitzbank, auf der alle 15 Länder zu sehen sind. Diese Bank wurde im Juni 2008 von Jann Jakobs, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam offiziell eingeweiht und lädt dann zum Verweilen, Nachdenken, Schauen und Rätseln ein.

Oracle wird sich auch weiterhin aktiv in die Gesellschaft einbringen und unterstützt unteranderem auch die Initiative zur Neuauflage des Potsdamer Toleranzediktes als wichtigen Ansatz zur Stärkung der Zivilgesellschaft. Die Mitarbeiter/-innen haben die Patenschaft für eine Toleranzedikt-Diskussionstafel übernommen und werden gemeinsam die Unterschriften-Aktion „Für ein weltoffenes und tolerantes Potsdam“ unterstützen. Damit wollen sie zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern Potsdams ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz setzen.

Als internationales Unternehmen sieht Oracle seine Aufgabe auch darin, seine Mittel und Technologien für die Förderung kultureller Vielfalt einzusetzen und so das Gemeinschaftsleben an den Unternehmensstandorten zu bereichern. Daher hoffen wir, durch unsere Unterstützung für das Potsdamer Toleranzedikt, den lokalen Zusammenhalt zu stärken und das Leben für unsere Angestellten und ihre Familien noch angenehmer zu gestalten.

Das Engagement wirkt nachhaltig
Oracle hilft praktisch vor Ort und konzentriert sich dabei auf drei Themenfelder:

1. Bildung durch den Einsatz neuer Medien an Schulen
2. Zusammenleben verschiedener Kulturen und
3. Förderung der Zivilgesellschaft

Das Engagement für die Bürgergesellschaft hat bei Oracle Tradition: Schon seit 1991 fördert das Unternehmen den freiwilligen Einsatz seiner Mitarbeiter/-innen – und erklärt das Ehrenamt zur Ehrensache. Das Ergebnis: Heute gibt es an allen Standorten Volunteer-Programme. Allein in Deutschland engagierten sich im Jahr 2007 nahezu 200 Mitarbeiter in 17 ehrenamtlichen Projekten. Sie unterstützten wohltätige Organisationen, machen sich für den Umweltschutz stark und treten für die Menschenrechte ein.




Selbstverpflichtung der Potsdamer Kickers 94 e.V.

Der Verein der Potsdamer Kickers 94 e.V. gehört zu den jüngeren Fußballvereinen unserer Stadt. Spiel- und Trainingsstätte ist die Sportanlage in der Kirschallee am Rande des Bornstedter Feldes. Der Standort im größten Wachstumszentrum der brandenburgischen Landeshauptstadt bietet unserem Verein in einem wachsenden Stadtteil mit einem großen Anteil junger Menschen Gewähr für gute Entwicklungsperspektiven und Zukunftssicherheit. So kann sich der Verein seit Jahren über einen immer größer werdenden Zulauf an Mitgliedern freuen. Dies ist ein deutliches Zeichen für die gute Arbeit bei den Potsdamer Kickers und die Beliebtheit des Fußballsportes bei Kindern und Jugendlichen insgesamt.

Mit großem Engagement sind unsere ehrenamtlich tätigen Trainer, Übungsleiter und Betreuer in der Lage, auch zahlreiche Kinder mit Migrationshintergrund in den Verein und somit in das zivilgesellschaftliche Leben zu integrieren. Der tolerante Umgang mit unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe oder Religion ist für die 380 Mitglieder in unserem Verein alltägliche Realität. Uns verbindet alle ein Ziel: eine sinnvolle und teamfördernde Freizeitbeschäftigung und sportliche Betätigung zu gewährleisten. Denn Fußball ist eine Sprache, die jeder versteht.

Deshalb bekennen sich die Mitglieder der Potsdamer Kickers 94 e.V. zu einem weltoffenen und toleranten Potsdam. Wir möchten im Rahmen einer Selbstverpflichtung für Folgendes eintreten:

  1. Alle Potsdamer, unabhängig von ihrem sozialen Status, ihrer Herkunft oder ihrer Religion sind in unserem Verein willkommen.
  2. Durch unsere integrative Vereinsarbeit möchten wir einen Beitrag zur Bekämpfung von Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und sozialer Ausgrenzung leisten.
  3. Multikulturalität betrachten wir als Bereicherung für unseren Verein und seine Mitglieder. Der friedliche und aufgeschlossene Umgang unserer Mitglieder untereinander ist Grundlage des Vereinslebens.
  4. Wir lehnen Hass und Fremdenfeindlichkeit auf und neben den Brandenburger Fußballplätzen ab.



Selbstverpflichtung der AIDS-Hilfe Potsdam e.V.

Die AIDS-Hilfe Potsdam e.V. beteiligt sich mit einer Selbstverpflichtung am Potsdamer Toleranzedikt.

Für eine offene und tolerante Stadt der Bürgerschaft zu kämpfen, heißt für uns:

Wir sind geleitet von der Überzeugung, dass HIV/AIDS Jede und Jeden treffen kann. Die Achtung der Würde, der Respekt des Individuums, Toleranz und Akzeptanz sind Grundlage unserer Arbeit.
Unsere Philosophie besteht in der Förderung der Gesundheit.

Die AIDS-Hilfe Potsdam e.V. wurde 1991 gegründet, ist ein eingetragener, gemeinnütziger und mildtätiger Verein, ist konfessionell und parteipolitisch ungebunden und hat ihre Wurzeln in der Selbsthilfe und der Ehrenamtlichkeit.

1. Wer sind wir als Organisation?
Die AHP versteht sich darüber hinaus als ein `geschützter Raum´ für Menschen mit HIV und AIDS, um – wenn sie es wünschen – Zuflucht, geschützte Kommunikation, Wahrung ihrer Anonymität und trotz aller Gefährdungen auch Teilhabe am gesellschaftlichen Leben finden zu können.
Die AIDS-Hilfe Potsdam e.V. ist die zentrale Stelle des Landes Brandenburg für Selbsthilfe, Prävention, Gesundheitsförderung und Beratung/Begleitung im Bereich HIV/Aids.
Die Arbeit der AIDS-Hilfe Potsdam e.V. ist kompetent, professionell, verbindet, vernetzt und koordiniert Interessenvertretung und Fachorientierung.

2. Welche grundlegenden Aufgaben welcher Natur wollen wir erledigen?
Eine HIV-Infektion führt nach wie vor zum Tod, deshalb setzt sich die AIDS-Hilfe Potsdam für Vorbeugung der HIV-Infektion durch Aufklärung ein.
Die AIDS-Hilfe Potsdam e. V. trägt durch ihre Arbeit dazu bei, dass Menschen sich und andere vor einer Ansteckung mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen können.
Gleichzeitig unterstützen und begleiten wir Menschen mit HIV und AIDS um ihre Lebensqualität zu verbessern.

3. Auf welche Art wollen wir diese Aufgaben bewältigen?
Die AIDS-Hilfe Potsdam e.V. unterbreitet der Öffentlichkeit Angebote der Beratung, Begleitung und Betreuung, die sich ständig an den aktuellen Entwicklungen, sowie individuellen und gesellschaftlichen Bedürfnissen orientieren.

Die Ebene der Primärprävention - arbeiten und entwickeln wir Konzepte, mit denen wir Menschen befähigen, ihr Risiko einzuschätzen, selbstbewusst und verantwortungsvoll über ihr Handeln zu entscheiden.

Die Ebene der Sekundärprävention - unterstützen wir Maßnahmen, die der Förderung der Gesundheit HIV-positiver Menschen dienen.

Die Ebene der Tertiärprävention - unterstützen wir Menschen die an AIDS erkrankt sind, um ihre Lebensqualität zu verbessern.

4. Wer sind unsere Anspruchs- und Interessengruppen, und wie verhalten wir uns ihnen gegenüber?
Die AIDS-Hilfe Potsdam e.V. steht allen Menschen offen, unabhängig von Nationalität, Alter, Religion, sexueller Orientierung, Geschlecht und sozialem Status. Die MitarbeiterInnen beraten und helfen fachlich qualifiziert kostenlos und anonym.
Wir bieten die Voraussetzungen für eine Kontakt- Begegnungs- und Aktionsstätte für Menschen mit HIV und Aids, für deren Angehörige, sowie für Menschen die an der Thematik interessiert sind.
Die wichtigsten Merkmale der Arbeit/Aktivitäten der AIDS-Hilfe Potsdam sind für uns: Anonymität, Vertraulichkeit, Verlässlichkeit, Solidarität, Beharrlichkeit, Qualitätssicherung und Evaluation.

5. Welchen Grundwerten folgen wir in unserer Arbeit?
Wir sind geleitet von der Überzeugung, dass HIV/AIDS Jede und Jeden treffen kann. Die Achtung der Würde, der Respekt des Individuums, Toleranz und Akzeptanz sind Grundlage unserer Arbeit.
Unsere Philosophie besteht in der Förderung der Gesundheit.

6. Zu etwas Einzigartigem im Land Brandenburg macht uns

  • Die gemeinschaftliche Arbeit von hauptamtlich und ehrenamtlich Beschäftigten, Betroffenen und Nicht-Betroffenen.
  • Die familiäre Atmosphäre im Umgang mit Mitarbeitenden, Klienten und Interssierten.
  • Die persönliche Begleitung und das Eingehen auf individuelle Bedürfnisse von Betroffenen und Ratsuchenden
  • Unser Wirken als überregional tätoge Fachberatungsstelle, und zwar stadt-, bundesland- und länderübergreifend.
  • Unser Management verschiedenster Aufgaben bei wachsenden Anforderungen und das Reagieren auf gesellschaftliche Trends und Probleme und damit einhergehend auch die Neuausrichtung auf veränderte Aufgaben.

AIDS-Hilfe Potsdam e.V.




Selbstverpflichtung der Opferperspektive Brandenburg im Rahmen des Toleranzediktes Potsdam

Die Opferperspektive berät und unterstützt seit fast zehn Jahren Opfer rechtsextremer Gewalt in der Stadt Potsdam und im Land Brandenburg. Die Landeshauptstadt zeichnet sich durch vielfältige zivilgesellschaftliche Initiativen, eine engagierte Stadtverwaltung sowie eine entschiedene Politik gegenüber rechtsextremen Parteien und Gruppierungen aus. Trotzdem finden hier seit Jahren regelmäßig mehr rechte Angriffe statt als in den anderen Städten und Landkreisen Brandenburgs. Neben den Vorstädten sind der Hauptbahnhof und der öffentliche Nahverkehr die Orte, an denen Rechtsextreme besonders oft Menschen angreifen, die nicht in ihr Weltbild passen.

Wir sehen die Aktualisierung des Toleranzedikts in Potsdam als einen weiteren Schritt, Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen, sich zu engagieren und auch einzugreifen, wenn sie Beleidigungen, Bedrohungen oder Gewalttaten beobachten.

Als Verein Opferperspektive verpflichten wir uns, für eine offene Stadt einzutreten und dazu beizutragen, dass sich in ihr alle Menschen ohne Angst zu jeder Zeit bewegen können.

Opferperspektive Brandenburg e.V.




Beschluss der Mitgliederversammlung von Bündnis 90/Die Grünen Potsdam vom 22. Mai 2008

Für ein tolerantes Potsdam

Potsdam ohne Toleranz, wäre wie Potsdam ohne Sanssouci. Etwas Entscheidendes würde fehlen.

Wir, die Mitglieder von Bündnis90/Die Grünen in Potsdam, verpflichten uns zu einer  Entwicklungsstrategie der Stadt, deren Basis Toleranz ist. Wir wünschen uns, dass der begonnene Dialog über ein neues, alle Potsdamer einschließende Toleranzedikt den Ausgangspunkt für eine generationenübergreifende Selbstverpflichtung der Potsdamer zu einem toleranten Potsdam bildet. Wir wollen, dass das Nicht-Selbstverständliche selbstverständlich wird: Wer in dieser Stadt lebt oder wer in diese Stadt kommt, verpflichtet sich zur Toleranz!

Wie sehen drei Gründe, warum Toleranz so wichtig für eine gedeihliche Zukunft Potsdams ist:

1. Respekt vor Fremden
Die Tatsache, dass Mitbürger fremder Herkunft in Potsdam diskriminiert oder gar Opfer Fremdenfeindlich motivierter Gewalt werden, ist für uns unerträglich. Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Gewalt sind der Stachel im Stolz auf unsere Stadt. Wenn unter uns lebende Menschen in Potsdam kein angstfreies und würdevolles Leben führen können, betrifft das uns alle, weil damit die zivile Basis unseres Zusammenlebens in Frage steht.

2. Respekt unter Potsdamern
Potsdam ist eine heterogene Stadt. Ost und west, jung und alt, arm und reich, Stadt und Land leben hier auf engem Raum nebeneinander. Damit die vielen Minderheiten der Stadt untereinander gesprächsfähig bleiben, muss die Mehrheit der Stadt Toleranz pflegen. Sie ist das zukünftig Verbindende in einer Stadt, durch die auch viele Risse gehen, vergangene wie gegenwärtige.

3. Respekt vor Potsdam
Für eine Stadt, die vom Tourismus, von der Medien- und Kulturwirtschaft und von der Wissenschaft lebt, ist die über ihre Stadtgrenzen hinaus gehende Verbindung ihres Namens mit Toleranz überlebensnotwendig. Es gibt eigentlich nur noch einen wirklichen Grund nicht nach Potsdam zu kommen oder Potsdam wieder zu verlassen: Zu wenig Toleranz. Es ist unser Wunsch, dass alle Welt in Zukunft Potsdam mit Toleranz verbindet. Der Ruf nach Toleranz beinhaltet für uns mehr, als eine Imagekampagne jemals leisten könnte.

Die Selbstverpflichtung der Bürgerschaft zur gelebten Toleranz birgt die Chance, diese pragmatische Vision im Alltag unserer Stadt dauerhaft zu verankern. Dazu wollen auch wir als Bündnis90/Die Grünen in Potsdam durch unsere Politik und durch Solidarität im Kleinen einen Beitrag leisten:
- Wir wollen Toleranz zum Maßstab unserer kommunalen Politik machen. Wir stellen uns stets die Frage: Ist unser Handeln einer toleranten Stadt würdig?
- Wir wollen noch mindestens 500 Unterschriften zur Unterstützung des neuen Toleranzediktes sammeln und an Ständen für die Aktion werben. Außerdem übernehmen wir die „Patenschaft“ für eine Toleranztafel.
- Toleranz wird greifbar in der praktizierten Solidarität mit den Schwächsten in unserer Stadt, zu denen vor allem unter uns lebende Flüchtlinge zählen. In diesem Sinne wollen wir unser jährlich stattfindendes Fußballturnier mit Mannschaften aus dem Asylbewerberheim und der Stadt Potsdam fortführen.
- Wir wollen den Anteil an Migranten und Migrantinnen in unserer Mitgliedschaft erhöhen und laden alle Potsdamer und Potsdamerinnen – egal welcher Herkunft – dazu ein, sich im Kreisverband von Bündnis90/Die Grünen Potsdam politisch zu engagieren.

Die Selbstverpflichtung von Bündnis 90 / Die Grünen Potsdam




Selbstverpflichtung des RC Germania Potsdam e.V.

 - Brücken bauen, Fortführung des Integrations-Projektes „fairringern“

In der vergangenen Woche hat der RC Germania Potsdam sein erstes integratives Jugendcamp „fairringern“ veranstaltet. Nach dem Erfolg des diesjährigen Camps hat sich der Verein zu einer Neuauflage im kommenden Jahr entschieden und geht damit die zweite Selbstverpflichtung zum Potsdamer Toleranzedikt ein.

„Der RC Germania Potsdam wird auch im kommenden Frühjahr ein Ferien-Ringercamp veranstalten. Die viertägige Premiere in den zurückliegenden Osterferien, die wir mit Unterstützung der Flick-Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz durchführen konnten, war ein voller Erfolg“, berichtet Vereinspräsident Thomas Braune.
„Die Zusammensetzung der Teilnehmer war bewusst heterogen gewählt. Wir hatten neben deutschen auch Kinder mit Migrationshintergrund aus der Ukraine, Russland, Bosnien, Kasachstan, Vietnam und dem Kosovo. Wichtig war uns auch die Teilnahme sozial benachteiligter Kinder aus den Potsdamer Heimen“, sagt Projektinitiator Ronald Huster.

„Unsere Trainer haben 30 jungen Potsdamern kostenlos unvergessliche Ferienerlebnisse bereitet. Die Kinder lernten an jedem Vormittag auf der Ringermatte neben dem Einmaleins der Kampfsportart auch das Gebot der Fairness im persönlichen Wettstreit. Die Nachmittage waren gemeinsamen Besuchen, z.B. in der Kunstschule Potsdam, vorbehalten. Dankbare Kinderaugen haben die Mühe der Organisation gelohnt“, fügt Thomas Braune hinzu.




Selbstverpflichtung der Mitglieder des Ausländerbeirates im Rahmen der Fortschreibung des Toleranzediktes

Die Mitglieder des Ausländerbeirates verpflichten sich, für Folgendes einzutreten:

  1. dass die Bürger mit Migrationshintergrund in den Betrieben des öffentlichen Dienstes (Stadtverwaltung, Feuerwehr, Polizei usw.) sichtbar werden. Der Migrationshintergrund sollte als Vorteil (erweiterten Sprachkenntnisse, Kompetenzen bei den spezifischen Länderkenntnissen usw.) gewertet werden;
  2. dass das kommunale Wahlrecht für alle Menschen mit Migrationshintergrund in den Kommunen gilt;
  3. dass der Integrationspreis der Landeshauptstadt Potsdam immer mehr Popularität in Potsdam erfährt;
  4. dass die Beratungsstellen für verschiedene Migrantengruppen besser untereinander kooperieren und ihre jeweiligen Angebote bekannter machen;
  5. dass die demokratischen Parteien die Wichtigkeit der Mitwirkung von Menschen mit Migrationshintergrund, auch als Kandidaten, erkennen und verwirklichen.

Die Selbstverpflichtungen des Ausländerbeirates der Landeshauptstadt Potsdam (PDF)


 

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