Beiträge von Schülerinnen und Schülern des Potsdamer Humboldt Gymnasiums

Hier finden sie einige der vielfältigen Schüler-Arbeiten.  Neben der Beschäftigung im Unterricht mit dem Thema Toleranz entstanden hier Gedichte, Aufsätze und ein eigener Rap-Song. Anfang Juli veranstalteten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam ein Afrikafest und sammelten Geld für eine Taubblindenschule in Ghana. Wir danken Frau Zühlke für ihr besonderes Engagement.







Gedanken zu den Thesen

Eine neue Bürgerschaft fällt nicht vom Wertehimmel, sie bildet sich in Konflikt und Kooperation, Wahrnehmung und Neugierde, Unverständnis und Gespräch.

Diese These ist meiner Meinung nach die Vielfältigste. Sie umfasst viele Möglichkeiten der Interpretation. Das 1. Konflikt und Kooperation könnte man an dem Beispiel erklären, dass ja in Potsdam auch viele Konflikte entstehen, zwischen Ausländern und Deutschen, solche Probleme sollte man in Kooperation klären. Wahrnehmung und Neugierde ist auch ein Unterschied, etwas wahrnehmen ist nicht gleich wie Neugierde zeigen. In Potsdam sollten sich mehr Leute für andere Religionen und Kulturen zu interessieren. Es bereichert eine Stadt ungemein, wenn viele verschiedene Leute auf einander treffen und voneinander lernen können. Unverständnis und Gespräch bedeutet, dass wenn etwas auf den 1. Blick unverständlich und anders erscheint, dieses durch ein Gespräch geklärt werden kann. Es sollten Vorurteile vermieden werden!







Ich laufe durch den Park Sanssouci und begegne vielen Spaziergängern, Touristen und glücklichen Familien mit Kleinkindern. Auch ein paar Jugendliche sehe ich auf den Wiesen, sie spielen Fußball oder singen oder sind einfach nur glücklich, Zeit miteinander verbringen und das schöne Wetter in der Natur genießen zu können. Das war vor knapp 10 Jahren. Wenn ich heute durch den Park laufe, sehe ich Touristen. Touristen und Spaziergänger. Keine glücklichen Familien, die am Sonntag gemeinsam in den Park fährt um zu picknicken und Zeit gemeinsam zu verbringen. Und die Jugendlichen? Die sind schon lange fort. Grund dafür sind die neuen Verbote, Unbefugten ist das Betreten verboten!, Kein Fuß auf Rasenflächen!, Kein Spielplatz hier!, ... Potsdam hat sich verändert. Manche würden sagen ins Positive, andere würden sofort widersprechen und das wären wir Jungendlichen! Die Verbote hindern uns, uns zu treffen, uns „auszuleben“, um Spaß zu haben. Die verschiedenen Parks werden geschlossen, die Jugendclubs ebenfalls und der See? Na der, der ist neuerdings gesperrt. Was sollen wir Jugendlichen machen? Wir haben keine Chance ... Wir sind die Zukunft der Stadt, mitreden dürfen wir trotzdem nicht. Stadtschloss? Abstimmung mit alten Menschen, außer der eigentlichen Zukunft, die damit „leben“ muss.

Wir tolerieren die Erwachsenen und Alten, wir nehmen Rücksicht und so. Aber als Gegenleistung bekommen wir nichts!  Es beschweren sich alle, Jugendliche würden nur rumhängen und Nichtstun, aber was? Was sollen wir denn machen? Wir haben keine Möglichkeiten am Nachmittag.
Toleranz erfahren wir nicht.
Wie sollen wir sie lernen??







Zur 4. These: Die Stadtbürgerschaft ist eine Einwohnerbürgerschaft, die Kinder und Jugendliche ebenso umfasst wie alle Ausländer.

Die These bedeutet, dass jeder, der in der Stadt Potsdam lebt, als Einwohner gilt, egal ob er ein Kind ist oder im Asylbewerberheim wohnt. Jeder der in Potsdam wohnt, egal ob umgezogen oder hier geboren, hat die gleichen Rechte, Freiheiten und Pflichten. Es sollte außerdem kein unnötigen Unterschied zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen geben. Unnötige Unterschiede heißt zwar schon Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen machen, z.B. Wahlrecht, aber keine unnötigen wie Kinderverbote.
Auch Ausländer oder wie in Potsdam auch Asylbewerber sollten nicht in irgendeiner Weise benachteiligt werden, gleichgültig woher sie kommen und ob sie Flüchtlinge sind oder eine andere Hautfarbe als wir haben. Alle Stadtbürger sollten also gleichberechtigt sein. Ich glaube, dass in Potsdam oder Deutschland in dieser Hinsicht noch etwas getan werden kann.







Ich denke Toleranz fängt schon damit an, dass man sie allem zugänglich macht. (Ich meine damit, dass man dieses Edikt allen zugänglich machen soll.)
Man will doch bestimmt viele Menschen mit dem Potsdamer Toleranzedikt erreichen. Kinder und Jugendliche machen einen größeren Teil der Bevölkerung Potsdams aus, nicht umsonst wurde die Stadt als die familienfreundlichste Stadt in Deutschland gekürt. Doch wenn ich mir diese Thesen durchlese, verstehe ich kaum ein Wort. Nach langer Diskussion mit unserer Lehrerin und Mitschülern über die Bedeutung einzelner Wörter habe ich eine These richtig verstanden und eine nur halb. Die 4. These besagt im weitesten Sinne, dass wir auch unseren Teil dazu beitragen können Potsdam toleranter zu machen. Doch wie sollen wir das tun, wenn wir noch nicht mal verstehen können was sich die Leute hinter dem Toleranzedikt, unter einem toleranten Potsdam vorstellen???
Ich bin mir sicher, dass, wenn man diese Thesen verstehen könnte, einigen sofort Ideen durch den Kopf schießen würden, wie man so etwas realisieren könnte. Durch solche für mich unklaren Zielsetzungen, fühle ich mich auch etwas ausgegrenzt. Manch einer denkt sich vielleicht: “Das ist mir zu kompliziert, aber die schaffen das auch ohne mich“. Wenn jeder so denken würde, wäre so ein Edikt ziemlich sinnlos.







Zur 5. These: Grundlage urbaner Toleranz ist die Verteidigung der Stadt gegenüber Feinden der Demokratie.

Die Staatsform in Deutschland, die Demokratie, soll beibehalten werden. Daher ist es notwendig sie zu schützen. In Potsdam sollte man versuchen den Neo-Nazis, die eine Diktatur als Staatsform an die Macht zu bringen, keine Chance zu geben Werbung zu machen.
Diese Werbung könnte durch Plakate oder rechtsextremer Musik, welche verschenkt wird, für die Nazis gemacht werden. Das Melden dieser Verstöße müsste deutlicher als tolerant zählen. Außerdem ist es notwendig alle zu den Zielen der Neo-Nazis aufzuklären, um weitere Mitglieder, die hinzustoßen würden, zu verhindern. Die Intoleranz auf zweifelhafte Meinungsfreiheit der Nazis ist damit zu begründen, dass sonst eine weitaus größere Intoleranz entstehen würde.







Befragung zu Toleranzedikt

18 Jahre, männlich
Frage 1: Was ist für dich tolerantes Zusammenleben?
- Wenn man dem anderen seinen Freiraum lässt und über alles reden kann.

Frage 2: Was bedeutet dir tolerantes Zusammenleben?
- Also bei manchen ist es mir egal, was sie über mich oder allgemein denken, aber bei den Menschen, die mir was bedeuten ist mir Toleranz sehr wichtig.

Frage 3: Wie sollte ein Mensch sein, den man gerade kennen lernt und wie oder wann merkst du, dass eine Person in Ordnung/nett ist?
- Die Person sollte spontan sein und ohne Vorurteile. Wenn sie so ist, ist sie nett und wenn sie gleich blöd guckt und dich komisch anquatscht, dann ist diese Person halt was anderes.

Frage 4: Gehst du der Person dann gleich aus dem Weg oder versuchst du mit dieser klarzukommen?
- Hmm ... ich versuchs ... aber auf meine Weise. Ich verstelle mich nicht und wenn es dann nicht klappt, verzichte ich darauf.

Frage 5: Du meintest vorhin, wenn eine Person gleich blöd kommt oder doof anquatscht ist sie „was anderes“. Also nehm ich mal an in deinen Augen ein negativer Mensch. Nur ist das dann nicht auch intolerant von dir?
- Nein aus meiner Sicht ist es nicht intolerant. Schau mal, wenn ich offen und spontan bin und möchte die Person kennen lernen. Doch die Person spricht abwertend von mir, dann bilde ich mir ebenfalls meine Meinung. Das für mich nichts mit Intoleranz zu tun hat oder siehst du das anders?

Frage 6: Naja ... vielleicht sollte man erstmal mit der Person darüber sprechen. Also über Probleme, die die Person mit dir haben könnte. Vielleicht stellt sich heraus, dass die Person doch nicht so „negativ“ ist.
- Ja, das habe ich jetzt vorausgesetzt Maus. Tut mir Leid, dass ich das nicht dazu geschrieben hab. Aber welche Probleme könnte dieser Mensch haben, dass er sie an mir auslassen muss?

Frage 7: Das kann ich dir nicht sagen, aber wenn es irgendein beliebiges Problem geben würde
- Was ist den ein beliebiges Problem?

Frage 8: Eigentlich ging es mir jetzt nicht um ein bestimmtes Problem.
- Achso, aber man sollte solche Probleme nicht an Leuten auslassen, die man nicht kennt oder die damit nichts zu tun haben ...

Frage 9: Da hast du Recht. Nur nehmen wir mal an entweder, dass ein Mensch mit deinem Charakter oder deinem Aussehen ein Problem hat?
- Wenn er damit ein Problem hat, soll er mir das sagen. Ich werde mich aber trotzdem nicht für diese Person ändern, denn ich mag mich so wie ich bin und die Personen, die mir was bedeuten auch und das ist wichtig.


Weiblich, 16 Jahre

Frage 1: Was ist für dich Toleranz?
-
das man sich gegenseitig respektiert
- keine Beschimpfungen
- man sollte auf seine Eltern hören, man sollte jedoch von den Eltern ernst genommen werden
- man sollte sich nicht für etwas besseres halten und nicht nur die eigene Meinung tolerieren

Frage 2: Was ist für dich Intoleranz?
- wenn man sich nicht gegenseitig akzeptiert
- Leute anpöbeln

Frage 3: Wenn man jem. Kennen lernt, was ist dir wichtig?
- Ehrlichkeit
- respektvoll miteinander umgehen
- höflich sein

Frage 4: Wenn jemand ein Problem mit dir hat, was machst du dann?
- ich würde mich nicht für diese Person ändern
- wenn man mich nicht mag, brauch man mit mir auch nichts zu tun haben
- es wäre allerdings schlauer auf die Person zuzugehen, doch es ist nicht meine Art und ich hätte ehrlich gesagt nicht den Mut
- will sie nicht zwingen, mich zu mögen

Selbstgeschriebener Rap-Song

Hans  du weißt, ich hab nichts gegen dich,
doch ständig malträtierst du mich.
Du beschimpfst mich wegen meiner langen Haare.
Ich trag sie schon so viele Jahre.
Du nennst mich Hippie.
Sag mir warum tust du das?
Du weißt genau ich rauch kein Gras!

Woher kommt dieser Hass?

│:Ohh Hans,
wo bleibt die Toleranz?
Ich weiß dass du es kannst,
würdest dus nur probieren. :│

Hans ich sag dir nun ...
Akzeptanz hat auch was mit Toleranz zu tun.
Nun akzeptiere die Leute, wie sie sind.
Sei doch nicht so blind!

│:Ohh Hans,
wo bleibt die Toleranz?
Ich weiß dass du es kannst,
würdest dus nur probieren. :│

│:Ohh Hans,
wo bleibt die Toleranz?
Ich weiß dass du es kannst,
würdest dus nur probieren. :│