Die Heinrich-Böll-Stiftung betont:
Die rechtsextremistischen Parteien NPD und DVU haben 2009 den Einzug in den Brandenburgischen Landtag verpasst. Politische Positionen zeigen sich jedoch nicht nur im Wahlverhalten, sondern im täglichen Umgang miteinander. Wie reagieren wir, wenn ein Afrodeutscher in der Straßenbahn beschimpft wird, die Älteren auf dem Schulhof Nazi-Parolen skandieren oder an einer Häuserwand antisemitische
Schmierereien auftauchen? Rechtsextreme Einstellungen und Parolen sind längst kein gesellschaftliches Randphänomen mehr, sondern auch in der Mitte der Gesellschaft präsent. Um rechtsextremen Einstellungen und Akteuren sowohl im privaten wie im beruflichen Alltag selbstbewusst
entgegentreten zu können, bietet die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg interessierten und engagierten BrandenburgerInnen Trainings zum Thema *Sicher Auftreten gegen Rechts* an.
Die Trainings können einzeln oder als Reihe bei Ihnen vor Ort
organisiert werden. Unsere TrainerInnen verfügen über langjährige
Erfahrungen und stellen sich flexibel auf lokale Gegebenheiten und
Interessensschwerpunkte ein.
Recht gegen Rechte
Bei dem ersten Training soll auf die rechtlichen Möglichkeiten, sich
gegen Rechtsextreme und NPD-Aktivisten zu wehren, eingegangen werden.
Neben Fragen des Hausrechts sollen auch Fragen des Strafrechts
behandelt
werden.
Schwerpunkte des Trainings:
- Versammlungsrecht * Grenzen und Möglichkeiten?! (öffentliche Diskussionsveranstaltung, Demonstration, Infostände)
- Die (Un)wirksamkeit strafrechtlicher Maßnahmen zur Bekämpfung des Rechtsextremismus (Codes, Symbole und Parolen, relevante strafrechtliche Paragrafen, Strafverfahren und Strafprozess)
- Parteien- und Vereinsverbote
- Schutz persönlicher Rechte durch das BGB (zivilrechtliches Hausrecht, Unterlassensverfügungen)
Handeln gegen Rechts
Rechtsextreme und Aktive der NPD treten in Veranstaltungen mit erhöhter
Aggressivität auf. Oft ist es schwer, ihren rhetorischen Angriffen etwas entgegenzuhalten. Bei dem Training sollen hierfür gezielt Strategien entwickelt werden.
Schwerpunkte des Trainings:
- Rhetorik von Rechts - die *Wortergreifungsstrategie*:
- Anspruch und Wirklichkeit
- Umgang mit Rechten in Theorie und Praxis
- Training konkreter Handlungsoptionen gegen Rechte
- couragiertes Handeln im Alltag
Argumentieren gegen Rechts
Wie kann man gegen die rechten Argumente schnell und schlagkräftig gegenhalten? Ziel des Trainings ist eine Analyse rechtsextremer Argumentationen, um die TeilnehmerInnen zu befähigen, selbst gezielt
dagegen zu halten.
Schwerpunkte des Trainings:
- Rechte Ideologie
- Analyse und Umgang rechter Argumentation auf der Sachebene
- Situationsanalyse * welcher Umgang mit Rechtsextremen ist im jeweiligen Fall sinnvoll?!
- Umgang mit rechter Argumentation auf der Handlungsebene
Teilnahmebeitrag: 15 Euro inklusive Verpflegung und Seminarmaterialien
HINWEIS: Die Trainings können nur stattfinden, wenn sich bis 4 Wochen
vor dem Trainingstermin mindestens 15 TeilnehmerInnen verbindlich mit
Namen und Anschrift angemeldet haben. Da bei Absagen innerhalb der
letzten 14 Tage vor dem Training oder bei Nichterscheinen leider die
Förderung entfällt, wird eine Stornogebühr in Höhe von 50 Euro
fällig.
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Das Neue Potsdamer Toleranzedikt
Im Oktober 2008 wurde das Neue Potsdamer Toleranzedikt nach einem breiten Stadtgespräch veröffentlicht. Das Buch gibt es kostenlos im Bürgerservice der Stadtverwaltung und an vielen anderen Orten in der Stadt. Hier können sie es als digitale Version herunterladen.
Potsdamer Toleranzedikt 2008 (PDF, 12 MB)
Die Präambel des neuen Edikts (100 KB)
