Montag, 18. Januar 2010

2010-01-18 - Leckerbissen in Französischer Kirche

Musikalische Reise - Werbung für Vielfalt und Toleranz

Klein, rund und oho, so könnte man in drei Worten die Örtlichkeit der Französisch reformierten Gemeinde am Bassinplatz beschreiben. Vom 15. bis 17. Januar fanden hier zahlreiche musikalische Veranstaltungen statt, die zugleich verschiedene Ausdrucksformen für musikalisch-multikulturelle Vielfalt und Offenheit in der Auseinandersetzung mit dem Unbekannten darboten. Einer der Höhepunkte war eine "Kaukasus - Russland - Europa - Abenteuerreise" am Sonntag, es war das "Naujahrskonzert für das Potsdamer Toleranzedikt".

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, www.maerkischeallgemeine.de, 18.01.2010

Konzert: Musikalische Leckerbissen am Bassin

POTSDAM / INNENSTADT - Die Französische Kirche am Bassinplatz ist für Kammermusik eine echte Alternative. Gleich mehrfach gab es musikalisch Hochkarätiges. Am Freitag war das Kleinod der Kirche, Potsdams 1783 von Johann Wilhelm Grüneberg geschaffene älteste Orgel, mit erstklassiger Literaturauswahl zu hören. Der namhafte Prager Organist Jaroslav Tùma, ein erklärter Spezialist für alte Tasteninstrumente und dazu Liebhaber und meisterhafter Beherrscher der historischen Orgeln eines Landes, gab eine extrem delikate Parade alter Musik zum Besten. P. Ludwig Zöschinger (1731-1806) war in der Auswahl der jüngste Komponist. Die zwei Sätze aus der „Parthia in F“ atmen den Geist der Wiener Klassik, der Satz „Wachtelruf“ entführte direkt in die freie Natur während der Sommermonate. Der große Engländer an der Chapel Royal, John Bull (1562-1628), war der älteste Vertreter im Kanon der erlesenen Beiträge des Abends.

Dietrich Buxtehude (1637- 1707), Alessandro Marcello (1669-1747) in der Bachbearbeitung seines berühmten Oboenkonzertes, Domenico Zipoli (1688-1726), Josef Seger (1716-1782) standen neben dem Cembalowerk „Fandango“, vom Mozartvorbild, Padré Antonio Soler (1729- 1783). Letztlich kam noch Joan de Cabanilles (1644- 1712) mit dem geheimnisvollen „Pange, lingua gloriosa“ und die Zugabe von William Byrd mit klingendem Zimbelstern im Prospekt der Orgel. Solche Musik sollte bei einem so guten alten Instrument öfter zu erleben sein.

Am Sonnabend galt die Aufmerksamkeit der Kammermusik. In der Generalprobe für das Sonntagskonzert waren die georgische Mezzosopranistin Christina Goradadze, und die Potsdamer Entdeckung Barbara Reschke mit ihrem altnahen Mezzosopran, dazu das musikalische Vater- Tochter-Duo Detlef Pauligk (Klavier) und Annika Pauligk (Violine) zu erleben. Lieder von Mendelssohn Bartholdy, Ausschnitte aus dem Zyklus „Zigeunerlieder“ von Johannes Brahms, Lieder von Sergei Rachmaninow,
Michael Glinka oder georgischen Komponisten unserer Zeit wie Sulchan Zinzadse und Rewas Lagitze schlugen Brücken zwischen den Völkern. Instrumental standen Werke von Mozart, Brahms und für Violine Solo das technisch hoch anspruchsvolle Präludium aus der E-Dur Partita von Johann Sebastian Bach auf dem Programm. Allen Ausführenden kann nur höchster Respekt gezollt werden. (Von Matthias Müller)

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten, www.pnn.de, 12.01.2010

Vom Kaukasus bis nach Potsdam

Konzert in der Französischen Kirche

Von den Bergen im Kaukasus, Richtung Norden, über Moskau nach Potsdam. Eine musikalische Reise unter dem Titel „Kaukasus – Russland – Europa – Abenteuerreise“ die mit Vielfalt für Weltoffenheit und Toleranz wirbt. Ein ganz besonderes Erlebnis findet in der Französischen Kirche in Potsdam statt. Am Sonntag, 17. Januar, ab 17 Uhr, wird dort eine Auswahl georgischer und russischer traditioneller Musikstücke sowie deutsche Klassikmusik dargeboten.

Durch die Veranstaltung führt die Sopranistin Christina Gordadze aus Batumi, Georgien, und Mezzo-Sopranistin Barbara Reschke aus Potsdam. Die Sängerin Barbara Reschke ist schon seit längerem in der Potsdamer Kultur- und Klassikszene aktiv. Den Namen Christina Gordadze werden Eingeweihte schon kennen. Die Sängerin, die zurzeit als Solistin in der Moskauer Philharmonie unter Vertrag ist, gibt nicht zum ersten Mal ein Konzert in Potsdam. Seit dem Jahr 2007 singt sie regelmäßig
zu Weihnachten in Potsdamer Kirchen. In diesem Jahr wird das Winterkonzert in der französischen Kirche einige musikalische Überraschungen bieten. Musikalisch begleitet wird das Konzert von Detlef Pauligk am Klavier. Das Konzert wird kostenlos sein, wobei um Spenden gebeten wird. kip

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Das Neue Potsdamer Toleranzedikt

Im Oktober 2008 wurde das Neue Potsdamer Toleranzedikt nach einem breiten Stadtgespräch veröffentlicht. Das Buch gibt es kostenlos im Bürgerservice der Stadtverwaltung und an vielen anderen Orten in der Stadt. Hier können sie es als digitale Version herunterladen.

Potsdamer Toleranzedikt 2008 (PDF, 12 MB)
Die Präambel des neuen Edikts (100 KB)