Montag, 08. März 2010

2010-03-08 - Rechte Gewalt in Brandenburg - Opferperspektive e.V. berichtet

Rechte Gewalt in Brandenburg - Opferperspektive e.V. berichtet über das Jahr 2009

Der in Potsdam ansässige gemeinnützige Verein Opferperspektive e.V. setzt sich ein für professionelle Hilfe für Opfer rechter Gewalt sowie eine möglichst aktuelle Berichterstattung. Für das Jahr 2009 zählte der Verein in Kooperation mit lokalen Initiativen 101 rechts motivierte Angriffe (2008: 110 Fälle). Direkt betroffen waren hierbei 138 Personen, indirekt weitere 58 Menschen. In 49 Fällen war Rassismus das Tatmotiv, in 26 Fällen politische Gründe und 18 Gewalttaten gegen das alternative Milieu. 78 der Straftaten gingen mit Körperverletzungen einher. Besonders die Großstädte Potsdam und Cottbus weisen mit 12 bzw. 13 Fällen die traurigen Spitzenwerte aus. Besonders der Anschlag auf das "Haus der Demokratie" in Zossen im Januar 2010 zeigt die Stoßrichtung der rechten Szene gegen politische Gegner. Die Tendenz der Zahl rechts motivierter Gewalttaten sei jedoch rückläufig. 2003 zählte man noch 117 Fälle und im Jahr 2007 den traurigen Höhepunkt mit 157 Fällen.

Der Verein bemüht sich, den Opfern möglichst schnell Hilfe zukommen zu lassen. Grundsatz des Vereins ist hierbei:

damit jeder Mensch, gleich welchen nationalen, ethnischen, religiösen, sexuell-orientierten oder weltanschaulichen Hintergrunds, frei und ohne Angst sich bewegen und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann (Opferperspektive e.V.).

Monitoring, das heißt systematische Beobachtung, Erfassung und Recherche sowie statistische Aufarbeitung und Analyse von Fällen rechter Gewalttaten im Land Brandenburg.
Beratung von Opfern, Angehörigen, FreundInnen sowie ZeugInnen landesweit. Der Verein bezieht hier klare Position, "ist parteilich und zielt darauf, den Menschen, die von rechten GewalttäterInnen zu Opfern gemacht wurden, zu helfen und sie dabei zu begleiten, die Gewaltfolgen zu überwinden."
Gegen Diskriminierung - Für die Menschenrechte. "Das Monitoring und die Opferberatung verknüpft die Opferperspektive mit politisch-sozialen Interventionen, die Prozesse gesellschaftlicher Solidarität mit den Opfern auslösen und dadurch zur Ächtung von Rechtsextremismus und Gewalt beitragen sollen." Zielsetzung ist "ein klares Zeichen für die Menschenrechte zu setzen". "Die Opferperspektive thematisiert rechte Gewalttaten aus der Sicht der Opfer und sucht die Auseinandersetzung mit ihrem gesellschaftlichen Kontext."

Die Opferperspektive gründete sich 1998 auf Initiative von antifaschistischen AktivistInnen, woraus im Jahr 2000 die erste Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt hervorging. Im Jahr 2000 wurde der Verein für seine Arbeit mit der Carl von Ossietzky-Medaille der Internationalen Liga für Menschenrechte ausgezeichnet. Im Jahr 2003 erhielt der Verein den Preis "Aktiv für Toleranz und Demokratie".

Lesen Sie auch die Broschüre "Eigentlich fühle ich mich hier wohl", ein Bericht des Vereins über sieben PotsdamerInnen und deren Erfahrungen im Alltag in der Landeshauptstadt Potsdam. Eine PDF-Version erhalten sie hier oder direkt über den Opferperspektive e.V. als gedruckte Broschüre.

Kontakt:

Opferperspektive e.V.
Rudolf-Breitscheid-Str. 164
14482 Potsdam
Telefon: 0331 8170000
Telefax: 0331 8170001
info@opferperspektive.de
Web: www.opferperspektive.de

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Im Oktober 2008 wurde das Neue Potsdamer Toleranzedikt nach einem breiten Stadtgespräch veröffentlicht. Das Buch gibt es kostenlos im Bürgerservice der Stadtverwaltung und an vielen anderen Orten in der Stadt. Hier können sie es als digitale Version herunterladen.

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