Das Engagement wird fortgesetzt in Zossen

Das „Haus der Demokratie“ der Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“ und des BAZ e.V. brannte in der Nacht des 22. Januars zwar vollkommen nieder, aber engagierte Bürgerinnen und Bürger lassen sich von der prekären Lage nicht entmutigen. Es ist noch nicht sicher, wo das „Haus der Demokratie“ neu entstehen kann, aber Unterstützung erhält die Initiative bereits jetzt. Die Amadeu Antonio Stiftung spendet 1.000 Euro für die Bürgerinitiative, damit deren Arbeit fortgesetzt werden kann. Mutig trotzen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen den Anfeindungen und Bedrohungen. Am 27. Januar, dem internationalen Holocaustgedenktag, setzten die Neonazis ihren zersetzenden Einfluss fort und störten die Gedenkveranstaltung der Bürgerinitiative auf dem Zossener Marktplatz. Damit die Bürgerinitiative ihre Arbeit möglichst schnell im Sinne einer aktiven Zivilgesellschaft wieder aufnehmen kann, bittet die Amadeu Antonio Stiftung um Spenden.

Verein Soziale Stadt und Haus der Generationen und Kulturen starten Integrationsprojekt

Im Haus der Generationen und Kulturen wurde am 27. Januar 2010 die neue Initiative „Nachbarn leben miteinander“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Geschäftsführer des Vereins Soziale Stadt Potsdam, Friedrich Reinsch, sagte bei der heutigen Vorstellung: „In diesem Projekt wollen wir mit Schlaatzer Bürgern gemeinsam Erfahrungen, Vorstellungen und Wünsche über gute und lebendige Nachbarschaft sammeln.“ Ziel ist es, diese Vorstellungen und Wünsche auch versuchen umzusetzen. In den kommenden acht Wochen werden 20 sogenannte „Interview-Tandems“ im Schlaatz ausschwärmen und ca. 200 Menschen im Stadtteil befragen.

Junger Rechtsextremist bekennt sich zum Anschlag auf das Haus der Demokratie in Zossen

Am Freitag, 29. Januar, gestand ein 16-jähriger Rechtsextremist den Brandanschlag am 23. Januar verübt zu haben, der zur völligen Zerstörung des "Haus der Demokratie" in Zossen führte. Der Teenager wollte sich in der ortsansäßigen Neonaziszene beliebt machen. Bereits kurze Zeit nach dem Brand hatten sich Neonazis vor dem zerstörten Haus fotografieren lassen. Die Tat des jungen Rechtsextremisten ist lediglich die Spitze des Eisberges einer ganzen Reihe von Drohungen und Attacken gegen die Bürgerinitiative. Die Bürgermeisterin der Stadt und die Polizei geben nach den jüngsten Ereignissen eine unglückliche Figur ab und halten sich bedeckt.

Das Internationale Center für Deutsche und Immigranten (ICDI) bietet Unterstützung und Begleitung bei der Integration in die Gesellschaft

Das ICDI e.V. lädt durch die Vorsitzende Charity Esther Okezie ein ins Haus der Generationen und Kulturen am 04. Februar um 15 Uhr. Die Zuwanderer/innen des ICDI e.V. sehen sich als Potsdamer/innen und leben gern hier. Sie haben selbst erfahren, was Rassismus bedeutet und wie Diskriminierung wirkt. Nun möchten Sie über Ihre Erfahrungen und das Wirken des Vereins berichten. 

Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus in Zossen

Die Vorsitzende des Aktionsbündnisses gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit der Stadt Zossen, Heilgard Asmus, ruft für den 27. Januar zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung auf dem Marktplatz (18 Uhr) in Zossen auf. "Erinnern wir uns an die Verpflichtung, in unserem Handeln für die Menschenrechte einzutreten und sie gegen die Verächter der Demokratie, die sich immer wieder in Zossen zeigen, zu verteidigen", so die Vorsitzende. Zugleich gilt es ein Zeichen zu setzen für den Neuanfang des am Samstag zerstörten Haus der Demokratie. Hier haben sich Zossener Bürger seit der Gründung im Jahr 2009 engagiert für eine demokratische Kultur und die Stärkung der Bürgerschaft gegenüber Drohungen und Anfeindungen von rechtsextremistischer Seite.

Charta der Vielfalt

Berliner Unternehmen unterzeichnen die "Charta der Vielfalt"

Weitere große Unternehmen in Deutschland setzen verstärkt auf die Potenziale von Menschen aus Zuwandererfamilien. Bei einem Treffen mit Staatsministerin Maria Böhmer im Bundeskanzleramt haben sich weitere Unternehmen aus Berlin der "Charta der Vielfalt" angeschlossen.
Insgesamt überreichte Böhmer zehn Urkunden. "Immer mehr Unternehmen und öffentliche Einrichtungen sehen Vielfalt als Chance. Die Beschäftigung von Zuwanderern ist für beide Seiten ein Gewinn: Die Migranten erhalten mit einer Einstellung eine gute Perspektive für ihre Zukunft. Und die Arbeitgeber profitieren von den Sprachkenntnissen und den interkulturellen Kompetenzen der Zuwanderer. Bundesweit haben dies bereits mehr als 700 Unternehmen und Institutionen erkannt und die  "Charta der Vielfalt" unterzeichnet.

1506 Punkte für Erhalt des Archivs

Seit Juli 2009 hatten die Potsdamerinnen und Potsdamer die Möglichkeit an der Abstimmung für den Bürgerhaushalt teilzunehmen. Es beteiligten sich bis zum 31.12.2009 5.200 Bürger an der Abstimmung. Knapp siegte der Vorschlag, den Betrieb des Jugendkulturzentrums "Archiv" in der Speicherstadt zu sichern. Dicht gefolgt von dem Vorschlag der Überdachung des Rollsportfelds und dem Bau einer Tribüne am Blauhaus in der Heinrich-Mann-Allee. Die Jugendkulturdebatte, die bereits im Toleranzedikt des Jahres 2008 eine wesentliche Rolle spielte und auch im Jahr 2009 durch die FreiLAND-Debatte an politischer Bedeutung gewann, hat nun einen wichtigen zivilgesellschaftlichen Schub zu Gunsten jugendlicher Freiräume erhalten.

Die Arche - Rettungsanker für die jüngsten von Armut betroffenen

Kinder sollten nicht unter Hunger leiden. Die Arche engagiert sich aktiv in der Unterstützung von Armut betroffener Kinder und Jugendlicher. Hunger lähmt die Wahrnehmung von Bildungschancen. Durch kostenlose Betreuung und Versorgung versucht die Arche, die Kinder direkt zu unterstützen und zugleich auch ihre Eltern sowie die Kommune zu entlasten. Günter Jauch ist einer der prominentesten Unterstützer der Arche.

Musikalische Reise - Werbung für Vielfalt und Toleranz

Klein, rund und oho, so könnte man in drei Worten die Örtlichkeit der Französisch reformierten Gemeinde am Bassinplatz beschreiben. Vom 15. bis 17. Januar fanden hier zahlreiche musikalische Veranstaltungen statt, die zugleich verschiedene Ausdrucksformen für musikalisch-multikulturelle Vielfalt und Offenheit in der Auseinandersetzung mit dem Unbekannten darboten. Einer der Höhepunkte war eine "Kaukasus - Russland - Europa - Abenteuerreise" am Sonntag, es war das "Naujahrskonzert für das Potsdamer Toleranzedikt".

Heinrich-Böll-Stiftung - Sicher Auftreten gegen Rechts

Die Heinrich-Böll-Stiftung veranstaltet alljährlich Seminare zur Stärkung der Arbeit, Argumentation und Rhetorik in der Konfrontation mit rechtsextremen Gruppierungen. Angesprochen sind vor allem engagierte BrandenburgerInnen. Die Trainings sind eingebettet in das Projekt "SPACES - Information, Debatte und Training für Toleranz". "Recht gegen Rechte", "Handeln gegen Rechts" sowie "Argumentieren gegen Rechts" sind die Stichwörter für die Seminare.

Band für Mut und Verständigung

Das Bündnis der Vernunft gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit verleiht für das Jahr 2009 zum 16. Mal  diese Ehrung und Anerkennung für Zivilcourage sowie den Willen Mut zu zeigen und für die Verständigung zwischen Menschen einzutreten.
"Zivilcourage verdient Anerkennung. Deshalb gibt es das Band für Mut und
Verständigung, eine Auszeichnung für beispielhaftes Handeln gegen Fremdenfeindlichkeit."

Ergraut, aber dennoch digital aktiv gegen Rechts

Die älteren Generationen werden aktiv gegen Rechts. "Rechtsextremismus gibt es nicht nur in der wirklichen Welt - auch in den Foren und sozialen Netzwerken des Internet versuchen Rechtsextreme, ihr Gedankengut zu verbreiten. Netz gegen Nazis und der Generali Zukunftsfonds suchen überlegte Menschen der Generation 50plus, die Nazis im Netz argumentierend entgegen treten wollen. [...] Ziel ist es, durch Workshops älteren Menschen das Internet näherzubringen, sie über die aktuellen Formen des Rechtsextremismus aufzuklären und sie zum Engagement gegen Neonazis im Internet zu motivieren. Dafür sollen die "Silver Surfer" sich auf Netz-gegen-Nazis.de auch mit Jugendlichen austauschen und dort Moderationsarbeiten übernehmen."

Studie: Zuwanderer blicken optimistisch in das kommende Jahrzehnt

Mehrheit der Zuwanderer glaubt an eine gute Zukunft in Deutschland - mehr als ein Drittel befürchtet aber wachsende Spannungen zwischen Migranten und Deutschen

Die Zuwanderer in Deutschland schauen mit Zuversicht in das kommende Jahrzehnt. 53 Prozent von ihnen glauben mit Blick auf die nächsten zehn Jahre an eine gute Zukunft in der Bundesrepublik, bei den unter 25-Jährigen sind es sogar 70 Prozent. Das geht aus bislang unveröffentlichten Zahlen einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann Stiftung hervor, die vom Institut für Demoskopie in Allensbach durchgeführt wurde.

Dresden mobilisiert für den 13. Februar 2010 gegen Nazi-Aufmarsch

Das Motto für diesen Tag lautet "Nazifrei! Dresden stellt sich quer". Am 13. Februar 2010, dem Jahrestag der Bombardierung Dresdens, werden traditionell Anhänger des Rechtsextremismus und fremdenfeindlicher Auffassungen in Dresden einen Aufmarsch zum Gedenken organisieren.
Dagegen stellt sich die Bürgerschaft Dresdens in einem breiten Bündnis. Das Bündnis strebt den öffentlich sicht- und hörbaren Widerstand gegen rechtsextreme Dominanzbestrebungen und Aufmärsche an. In diesem Bündnis gegen neonazistische Sympathisanten und Verherrlichung des Nationalsozialismus haben sich zusammengefunden, Vertreter von Gewerkschaften, politischen Parteien, Jugend- und Studienverbänden, das Antifa-Bündnis "No-Pasarán", zivilgesellschaftliche Organisationen wie die Amadeu Antonio Stiftung, Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste, das Kulturbüro Sachsen und sächsische Kirchenvertreter. Das Bündnis wirbt für breiten zivilgesellschaftlichen Widerstand.

"SPACES – Information, Debatte und Training für Toleranz" der Heinrich-Böll-Stiftung

Im Geiste des kürzlich gegründeten Vereins Neues Potsdamer Toleranzedikt fördert die Heinrich-Böll-Stiftung "Zivilcourage und engagiertes Auftreten gegen Rechts".
SPACES - damit umreißt die Stiftung den zentralen Kern ihrer Initiative - den Freiraum. Es bedarf dieser Freiräume um den Mut für zivilcouragiertes Handeln und Auftreten zu entwickeln.
"Persönliche Freiräume, um ein Problem als solches überhaupt wahrzunehmen. Zeiträume, um die Perspektive zu wechseln. Öffentliche Räume, um sich zu informieren, miteinander zu diskutieren und gemeinsam Strategien zu entwickeln.

Das Projekt „SPACES – Information, Debatte und Training für Toleranz“ der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg e.V. zielt darauf ab, diese Räume in Brandenburg zu stärken. Informationsveranstaltungen sensibilisieren für ein stärkeres Demokratiebewusstsein. Öffentliche Debatten thematisieren relevante Phänomene des Rechtsextremismus. Gesellschaftspolitisch Engagierte und Professionelle unterschiedlicher Berufsgruppen können an Trainings teilnehmen, um Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Homophobie, Sexismus oder antidemokratischem Verhalten im Berufsalltag energisch entgegentreten zu können."

Werden Sie Mitglied!


Lassen Sie uns gemeinsam für eine weltoffene Stadt eintreten! Mitglied des Vereins können alle Personen werden, egal welchen Alters oder welcher Herkunft. Auch Organisationen, Vereine oder Unternehmen sind als Mitglieder herzlich willkommen! Der Mitgliedsbeitrag wird auf freiwilliger Basis erhoben, da wir niemanden aus finanziellen Gründen ausschließen wollen.

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Das Neue Potsdamer Toleranzedikt

Im Oktober 2008 wurde das Neue Potsdamer Toleranzedikt nach einem breiten Stadtgespräch veröffentlicht. Das Buch gibt es kostenlos im Bürgerservice der Stadtverwaltung und an vielen anderen Orten in der Stadt. Hier können sie es als digitale Version herunterladen.

Potsdamer Toleranzedikt 2008 (PDF, 12 MB)
Die Präambel des neuen Edikts (100 KB)
 

 

Veranstaltungstipps

Hier informieren wir Sie (via Verlinkung) über Potsdam, das Toleranzedikt und das Land Brandenburg betreffende Veranstaltungen, Events, Ausstellungen, Vorträge, besondere Ereignisse und ähnliches.


11.11.2009-18.03.2010, Ausstellung "Nacht-Räume - Orte an der ehemaligen Berliner Mauer", Heinrich-Mann-Allee 107, Potsdam, Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung

10.07.-14.03.2010, "Glück für alle! Wirklichkeit in DEFA-Filmen der fünfziger Jahre", Filmmuseum Potsdam, Marstall 1, www.filmmuseum-potsdam.de

01.01.2008-31.12.2015, Ausstellung "Land und Leute. Geschichten aus Brandenburg-Preußen", Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG)