Potsdams Botschaft von der Einheitsfeier


Am 2. Oktober fand eine besondere Aktion vor der Leinwand der Stadt Potsdam „Toleranz und Solidarität“ beim Filmmuseum statt. Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm und Oberbürgermeister Mike Schubert führten eine gemeinsame Veranstaltung zur Seenotrettung und zur Situation in Moria durch. Auf Bannern stehen die Namen der 194 Städte und Landkreise , die bereit sind, mehr Geflüchtete aufzunehmen, aber bisher daran gehindert werden.

Volker Schlöndorff drehte Kurzfilm zum Griebnitzsee

Der Uferweg am Griebnitzsee – für Potsdamerinnen und Potsdamer ein nicht enden wollendes, aufreibendes Thema. Seit mehr als zehn Jahren ist einstige Kolonnenweg gesperrt, ebenso lange kämpfen die Stadt und engagierte Bürger/innen für die Öffnung.

Zum 30. Einheitsjubiläum drehte Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff einen Kurzfilm zum Uferweg am Griebnitzsee für den Verein „Griebnitzsee für Alle“.

Nach der Uraufführung am 22.09. im Filmmuseum Potsdam, lief der Film des bekannten Regisseurs bis zum 3. Oktober auf unserem Digitalen Schaufenster für alle zugänglich neben dem Museum.

Freiheit – Toleranz – Solidarität.

Freiheit – Toleranz – Solidarität.
Wir miteinander im 30. Jahr der deutschen Einheit
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Ein Gastbeitrag von Prof. em. Dr. Heinz Kleger, Mitglied des Vorstand

Potsdam hat sich 2008 in einem umfangreichen Stadtgespräch ein neues Toleranzedikt erarbeitet. Es sollte ein modernes Toleranzedikt werden für eine weltoffene Stadt einer heterogen gewordenen Bürgerschaft. Ausgangspunkt der zentralen Wiederkehr von Begriff und Tradition der Toleranz bis in die Brandenburger Verfassung von 1992 hinein („Recht, Toleranz und Solidarität“) war das Nicht-Tolerierbare in Gestalt fast alltäglich gewordener Fremdenfeindlichkeit und übergriffiger Gewalt. 1990 waren hier die ersten Todesopfer zu beklagen, der Name des Angolaners Amadeo Antonio ist heute noch bekannt.

Die Übergriffe zielten häufig auf geplante oder bewohnte Asylbewerberheime und Aussiedlerunterkünfte. Brandenburg war in den Augen der Öffentlichkeit, selbst im benachbarten Berlin, ein kompromittiertes Land. 1998 bildete sich das Handlungskonzept ‚Tolerantes Brandenburg‘, zuvor schon das Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Die Gegenwehr von starkem Rechtsstaat und lebendiger Zivilgesellschaft ist seitdem stärker und in der Fläche besser geworden. Dennoch können wir uns heute nicht beruhigen angesichts der Zahlen und Vorfälle (rechts-)extremistischer Gewalt: Diese Entwicklung – Lübcke, Halle, Hanau – darf nicht weitergehen.